﻿Ueber das Accommodatiousvermügen des Auges.
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rungen. Helmholtz giebt zwar an, dass der Krümmungshalbmesser der vordem Linsenfläche in der Ruhe. d. h. beim Sehen in die Ferne, 10 bis 11 Mill, betrage und beim Sehen in die nächste Nähe beiläufig nur halb so gross sei. Dies reicht jedoch lange nicht hin, die Frage über die Accommodations-Grosse zu erledigen.
Wenn genauere Messungen vorliegen werden, dann wird man vor Allem berechnen müssen, ob das Maximum der Veränderung des Krümmungshalbmessers, d. h. das ganze Accommodationsintervall, hinreicht, den grössten Anpassungsumfang gesunder Augen zu erklären. — So lange dies nicht geschehen ist, sind wir noch immer nicht sicher, ob die Zunahme und Abnahme des Krümmungshalbmessers der vorderen Linsenfläche die einzige Veränderung im Auge beim Sehen in verschiedenen Entfernungen sei, und ob das Problem erschöpfend gelöst ist. Vorläufig können wir uns freilich mit der von Cramer und Helmholtz über allen Zweifel festgestellten, factisch vorhandenen Accommodationsveränderung zur Erklärung der variablen Brennweite des Auges begnügen, und sind wir aller der unerquicklichen Hypothesen los, welche namentlich von den Augenärzten zum Hausgebrauch ersonnen und vertheidigt wurden. Es handelt sich nun darum, die Ursache zu finden, welche die Veränderung des Halbmessers der vordem Linsenfläche bedingt, — den Apparat, der sie vermittelt. Helmholtz hat sich vorläufig über diesen Punkt nicht ausgesprochen. Er macht nur die Bemerkung, dass die Linsen keine Contractilität, wohl aber eine bedeutendeElasticität besitzen, so dass sie in Folge eines Druckes leicht ihre Gestalt verändern, dann aber die frühere Gestalt vollständig wieder annehmen, wenn der nicht allzu lang andauernde Druck wieder aufgehoben wird. Cramer hingegen hat auch diesen Punkt auf empirischem Wege zu erledigen gesucht, und ist zu dem Resultate gelangt, dass die Iris und der Tensor chorioideae den musculösen Apparat darstellen, welcher den gestaltverändernden Druck auf die Linse austtbt. Es unterliegt keinem Zweifel, dass durch die Zusammenziehung der auf der Linse auf liegenden Iris und durch die antagonistische Wirkung des Tensor chorioideae die erörterte Veränderung der Gestalt der Linse für das Nahesehen leicht und vollständig .erklärt werden kann, namentlich wenn man der mechanischen Betrachtung die von Gramer mitgetheilten schematischen Augendurchschnitte zu Grunde legt, welche wesentlich von den gangbaren Zeichnungen sich unterscheiden. Cramer zeichnet z. B. keine hintere Augenkammer, sondern lässt die Iris dicht auf der vordem Linsenfläche aufliegen. Arlt stimmt in diesem Punkte mit Cramer überein, was Ersterem nur angenehm sein kann, da Arlt