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Ueber das Accommodationsvermögen des Auges.
und es scheint mir daher keinem Zweifel zu unterliegen, dass Fick’s Ansicht allen Jenen, welche nur das mindeste Vertrauen in Cramer’s Versuche setzen, als unhaltbar erscheinen muss, wenn dieselbe den einzigen Grund der Accommodation aufgedeckt haben soll. Ich glaube aber, dass eine Verschmelzung der Ansichten von Fick und Cramer möglich und zweckdienlich ist. Ich bringe dieselbe hiermit in Vorschlag. Es scheint mir, die Wirkung der Iris, wie dieselbe durch Cramer zuerst erkannt wurde, müsste wesentlich unterstützt und vergrössert werden, wenn die Ciliarfortsätze durch ihre Contractilität und Erectilität einen verschiedenen und entsprechenden Füllungsgrad, und in Folge dessen ein verschiedenes Volumen, annehmen könnten. Cramer’s Hypothese würde durch diesen Vermittlungsvorschlag neuerdings gestützt und Fick’s Idee, welche so, wie sie ihr Autor ausspricht, unhaltbar ist, doch verwerthet.
Ich stelle mir den Mechanismus der Accommodation nun etwa folgendermassen vor. Das Zunehmen der Convexität der vorderen Linsenfläche für das Nahesehen wird vermittelt durch den Druck, welchen 1. die Iris unmittelbar auf einen Theil der vordem Fläche der Linse und mittelbar durch die prall angefüllten, erigirten Ciliarfortsätze auf die Zonula Zinnii u. s. w. auf die Peripherie der Linse, und 2. der durch den sich spannenden Tensor chorioideae Br. nach vom gedrängte Glaskörper von hinten auf die Linse ausübt. — Die elastische, auf die angegebene Weise gedrückte Linse muss natürlich nach jener Gegend ausweichen, wo ihre Masse keinen oder den geringsten Widerstand findet, und diese Gegend ist die Pupille. In dieser Gegend muss also die Linse convexer werden. Lässt der geschilderte Druck nach und entleeren sicli überdies die Ciliarfortsätze, deren Blut einfach abfiiesst und nicht hinter der Linse, wie Fick meint, sicli ansammeln kann, indem gar kein Grund vorhanden ist, dies anzunehmen, so nimmt die elastische Linse mehr oder weniger vollständig ihre frühere Gestalt an, und es plattet sich die vordere Fläche wieder ab.
Man ersieht hieraus, dass ich bei meinem Vermittlungsvorschlag ganz der CRAMER’schen Ansicht folge, nur dass ich von Fick’s sonst unhaltbarer Idee ein brauchbares Moment, die Füllung und Entleerung der Ciliarfortsätze, entlehne und so mit Cramer’s Lehre verbinde, dass die prätendirte Wirkung der Iris um so einleuchtender und bedeutender wird. — Das der CRAMER’schen Lehre hiermit beigefiigte Moment ist j edocli kein noth wendiges, sondern nur ein begünstigendes, und kann auch, wie Cramer's Keizversuche beweisen, ganz wegbleiben.