﻿Ueher das Accommodationsverfahren des Auges.
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sehr -gelungene, sorgfältig conservirte Augendurchschnitte besitzt. Ckamee reizte auf elektromagnetischem Wege die Iris, und erzielte auf diese Art die Accommodationsveränderung. Er begnügte sich jedoch nicht mit diesem directen Beweise, sondern führte noch einen gewissermassen negativen Beweis für die prätendirte Wirkung der Iris. Cramer spaltete die Iris von der Pupille aus gegen die Peripherie hin, durch einen Schnitt, und wendete den elektromagnetischen Reiz abermals an — doch unter diesen Umständen ohne Erfolg; Beweis genug, dass es die Iris war, welche im unversehrten Zustande die Gestaltveränderung der Linse bewirkte.
So überzeugend auch Cramer’s Experimente und Betrachtungen (das Nähere findet sich in dessen ausgezeichneter oben citirter Preisschrift für die angegebene Rolle der Iris sprechen mögen, so bin ich doch überzeugt, dass Cramer’s Lehre auf viele Gegner stossen wird, welche sich mit dieser Vorstellung nicht werden befreunden können oder wollen. Auch ist in neuester Zeit wirklich auch schon ein anderer Thcil des Auges als Anwendungsapparat bezeichnet worden. L. Fick1 behauptet, dass » die Uvea der Apparat sei, welcher die Adaption für das Nahe- oder Fernesehen durch Linsenbewegung (??) und Linsenformveränderungen vermittelt, indem sie wechselnde Blutquanta bald vor, bald hinter die Linse versetzt.« Fick beschreibt ich verweise auf die eitirte Abhandlung) nämlich eine ganz eigenthümliche Gefässfor-mation in der Chorioidea und den Ciliarfortsätzen, die keine Aelmlick-keit mit den gewöhnlichen Vegetationsapparaten des Gefässsystems hat, und offenbar eine andere Rolle als diese spielen muss. »Ueber-blickt man alles Vorgetragene, und denkt sich die in die Augenkammer hineinragenden Processus ciliares als erectile und contractile Gelasse , so ist bei constanter Gestalt des Bulbus ein Apparat gegeben, durch welchen die Anfüllung der Processus ciliares, vermittelst der Flüssigkeit der vordem Augenkammer, einen Druck auf die vordere Linsenkapsel, und die Entleerung der Processus ciliares einen Druck auf die hintere Linsenkapsel ausüben muss.« Durch diesen Antagonismus erklärt dann Fick auf ziemlich einleuchtende Weise ein geringes Vor- und Zurückrücken der Linse und das Convexer-Werden ihrer vorderen Fläche. Das Blut spielt hiebei, wie man sieht, eine Hauptrolle, ohne das unter dem bestimmten Drucke fliessende Blut ist nach der Ansicht Fick’s keine Accommodationsveränderung denkbar. Nun aber hat Cramer seine Reizversuche an frischen, aber a u s g e s c h n i 11 e n e n, Seehundsaugen angestellt,
1 Ueber die Adaption des Auges von Ludwig Fick. Mit einer Nachschrift von Adolph Fick. Müller s Archiv. 1S53. Heft V. S. 449, .