﻿lieber das Wesen der auf Lmsenscliliffen entdeckten G'urvensysteme. 207
glücklich beseitigt, denn wenn wir auch in Folge der eben angestellten Ueberlegung, noch nicht die Möglichkeit der Entstehung der mehrfachen Curvensysteme aus der bekannten Faserung der Dorschlinse begreifen — das Problem demnach noch nicht als gelöst betrachten können ; so ist doch wenigstens so viel gewonnen, dass wir bei einem Erklärungsversuche nicht mehr gleich von vorn herein auf eine Absurdität stossen, welche jede Hoffnung auf das Gelingen desselben geradezu unsinnig erscheinen lässt.
Die Frage, welche wir jetzt uns stellen werden, ist nämlich nicht die : wie ein System von genau sphärischen und concentrischen Lamellen beschaffen gedacht werden müsse, um von einem und demselben ebenen Schnitte an mehr als einer Stelle tangirt werden zu können ? ! — sondern die : ob concent risch in der Eichtung der Meridiane verlaufende, und in Folge dieser Anordnung eine Kugel zusammensetzende Fasern gegen eine senkrecht auf die Aequatorebeue, parallel zur Axe dieser Kugel geführte plane Schnittfläche so gestellt sind, dass ihre auf dieser Fläche zum Vorschein kommenden Durchschnitte undEntblössungen in mehrfachen, sich interferirenden, concentrischen Curvensystemen angeordnet erscheinen müssen?
Zur Beantwortung dieser Frage reicht das gewöhnliche Maass von Imagination nicht aus und lässt sich dieselbe verständlich und exact zugleich, nur mit Hülfe [geometrischer Constructionen geben ; — obschon wir, nach meiner oben mitgetlieilten Beobachtung Uber die nächste Ursache der Entstehung der TuoiiAs’schen Cnrven, a priori sicher sein können, in welchem Sinne die Beantwortung ausfallen werde.
Ehe ich zur constructiven Beantwortung der Frage übergehe, halte ich es für gut. die Bemerkung einzuschalten, dass man der Dorschlinse wohl einen concentrisch geschichteten Bau, strenggenommen aber keine lamellöse Structur zuschreiben dürfe, weil die sogenannten Lamellen eigentlich nur Kunstproducte und nicht natürliche secnn-däre Elementargebilde sind. Die Fasern der Dorschlinse haben nämlich einen in die Breite gezogenen sechseckigen Querschnitt und sind demgemäss so neben und auf einander geordnet vgl. Fig. 2 . dass die in gleicher Entfernung vom Mittelpunkte der Linse gelegenen Fasern wie a u. b, c u. d, Fig. 2 sich gar nicht berühren — und daher auch keine zusammenhängenden Lamellen, welche die Gestalt von Kugelschalen hätten, bilden können.
Will man hier dennoch von Lamellen sprechen, so darf man nicht