﻿Ueber das Wesen und die Entstehung der Thomas’sehen Körper. 213
vorspringen. Diese Röhren erinnern sehr an gewisse Formen der Spi-ralgefässe der Pflanzen, und man ist im ersten Moment geneigt, dieselben fiir eine Abtheilung des Tracheensystems der Fliege zu halten ; allein bei näherem Zusehen kommen Einem wieder andere Gedanken über die Bedeutung dieser Röhren, indem man alsdann leicht erkennt, dass sie sämmtlich der Länge nach gespalten und eigentlich nur röhrenförmig geschlossene Halbkanäle sind. Durch Druck auf das Deckglas kann man nämlich diese vermeintlichen Röhren unter dem Mikroskope öffnen und zu bandförmigen Streifen ausbreiten. Lässt man mit dem Drucke nach, so heben sich die freien, regelmässig gezackten Ränder des bandförmigen Streifens, und derselbe verwandelt sich zuerst in einen Halbkanal und endlich wieder in eine Röhre, indem die altemirend gestellten Zacken der sich nähernden freien Ränder genau in einander schliessen. Die Röhren besitzen selbstverständlich in ihren Wandungen keinen Spiralfaden, wie die Tracheen, sondern einen im Zickzack gebogenen, bandförmig abgeplatteten Faden, dessen Umbiegungsstellen die alternirend in einander schliessenden Zacken der freien Ränder der zur Röhre zusammengerollten Streifen bilden. Aus dieser Beschaffenheit der Röhren, welche im Abdruck die doppelt-gezalmten Fasern auf den TnouAs’schen Körpern darstellen, lässt es sich leicht erklären, wie es kommt, dass die Zahnreihen der vordersten Fasern der schildförmigen Körper, nicht immer wie die der hinteren Fasern unter spitzem Winkel sich vereinigen, sondern manchmal auseinander weichen, und mit je einer Zahnreihe der beiden nächsten Fasern zusammenlaufen, so dass die Zwischenräume zwischen den vordersten Fasern von einer vollständigen Zahnreihe begrenzt erscheinen vgl. a. a. O. Taf. IV, Fig. U. Die Haut, welche zwischen den Röhren ausgespannt ist, besitzt zahlreiche kleine, regelmässig geordnete Erhabenheiten, welche fast an Epithelialzellen erinnern, und auf dem Abdruck jene kleinen Grübchen erzeugen, welche von Thomas in den Zwischenräumen zwischen den doppeltgezahnten Fasern als Reihen kleiner Zähnchen beschrieben wurden. Welche Bedeutung das auf-geschlitzte Röhrensystem der Saugplatte hat, ist mir nicht klar geworden, da ich diesen Gegenstand nicht weiter verfolgt habe. Für den vorliegenden Zweck genügen meine Andeutungen über die Beschaffenheit der untern Fläche der Saugplatte vollkommen. Um übrigens ganz sicher zu gehen, habe ich versucht die Saugplatte des Fliegenrüssels künstlich abzudrucken. Nach mehreren misslungenen Versuchen, welche namentlich an der Beschaffenheit der zur Aufnahme des Abdruckes gewählten Stoffe scheiterten, gelang es mir endlich die Tho-MAs’schen Körper in beliebiger Anzahl, in Siegellack, in Hausenblase,