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Ueber die Accommodationslinien.
den beiden Objecten hier der Glasplatte und der Druckschrift) wächst, beide Gegenstände zu gleicher Zeit mit derselben relativen Deutlichkeit gesehen werden. Dies ist der experimentelle Nachweis, dass die beiden oben entwickelten Gesetze der Differenzen der Vereinigungsweiten, trotz der Veränderung des Krümmungshalbmessers der vorderen Linsenfläche beim Accommediren für die Nähe und Ferne, doch für unser Auge volle Geltung haben.
Beim Sehen in der Nähe genügt schon ein Abstand von wenigen Linien zwischen zwei hinter einander liegenden Objecten, um eine auffallende Differenz der Vereinigungsweiten der Lichtstrahlen dieser Objecte zu setzen, und einen hohen Grad von Undeutlichkeit desjenigen Objectes zu bedingen, für welches das Auge nicht accommo-dirt ist ; während beim Sehen in der Ferne klafterweit aus einander gelegene Thürrne noch mit derselben relativen Deutlichkeit erscheinen, mag man den näheren und den ferneren derselben fixiren.
Betragen die Entfernungen zwischen 65 m und oo, so hört mit dem Bedürfnisse auch die Möglichkeit einer weitern Accommodation auf.
Hiermit ist auch der Satz experimentell erwiesen, dass die Dringlichkeit und Grösse der Accommodationsbewegungen beim Sehen in der Nähe viel bedeutender sind, als beim Sehen in weiteren und weiteren Fernen.
Diesen Satz, welchen ich schon a. a. 0. aufgestellt.habe, hat neulich Gramer in seiner angeführten trefflichen Preisschrift »über das Accommodationsvermögen der Augen«, ohne au% meine frühere Veröffentlichung Rücksicht zu nehmen, bestätiget.
c) Da in den eben mitgetheilten Versuchen alle Hauptsätze meiner Lehre von den Accommodationslinien experimentell nachgewiesen sind, so will ich es nur noch versuchen, zwei bestimmte Accom-modationslinien meines rechten Auges graphisch darzustellen.
Ich bediene mich zu diesem Zwecke des oft gebrauchten ScheinERschen Versuches und des Optometers, welches Hasner in der Prager Vierteljahrschrift, Bd. 32. beschrieben hat.
Ich befestigte in der rechten Augenöfifnung der an dem einen Ende des horizontalen Brettes des Optometers angebrachten Larve ein Kartenblatt, in welches zwei feine Löchelchen gestochen waren, und stellte auf das horizontale Brett in verschiedenen Entfernungen vom Kartenblatte Nähnadeln auf, welche die Spitzen frei nach oben kehrend, in kleinen Wachsklötzchen staken.
Sah ich durch die Löchelchen des Kartenblattes auf die in gerader Linie hinter einander stehenden Nadeln, so sah ich dieselben je nach