﻿230 Urtier die Wirkung punktförmiger Diaphragmen auf das Sehen.
Ad B. Das auffallende Deutlicherwerden stark zerstreuter Bilder durch die Anwendung punktförmiger Diaphragmen erklärt sich durch die bedeutende Verkleinerungder Zerstreuungskreise, von deren Grösse ja die Undeutlichkeit der Bilder hauptsächlich abhängt. Da das kleine Löchelchen nur den kleinsten Tlieil des einfallenden Strahlenkegels in das Auge gelangen lässt, so kann unter übrigens gleichen Umständen auch nur der kleinste Theil des Zerstreuungskreises übrig bleiben. Wird nun auch durch die Dispersion der Strahlen, am Rande des Löchelchens, der Durchmesser der Zerstreuungskreise wieder etwas vergrössert, immer bleibt der gegenwärtige Durchmesser der Zerstreuungskreise gegen den früheren, welchen dieselben ohne das punktförmige Diaphragma hatten und haben würden, noch bedeutend klein und das Bild daher relativ deutlich.
Ein mit einem durchlöcherten Kartenblatt armirtes Auge verlängert aus diesem Grunde alle seine Accommodationslinien i. e. S., und ändert daher seine ursprünglichen Accommodationsverhältnisse wesentlich.
Ad C. Die Grösse, in welcher wir einen Gegenstand sehen, hängt von mehreren Momenten ab, und ist keine unmittelbare Wahrnehmung. Unter übrigens gleichen Umständen steht die gesehene Grögge des Objectes in geradem Verhältnisse zu der Grösse des Netzhautbildchens. Deshall) wollen wir zunächst untersuchen, welche Dimensionen das Netzhautbildchen unter den oben vorausgesetzten Umständen haben wird.
Das Auge ist für die Ferne accommodirt, die Vereinigungsweiten der Lichtstrahlen, welche von nahen Objecten kommen, fallen somit hinter die Netzhaut. Steht der Gegenstand in der vorderen Focal-ebene, so sind die Vereinigungsweiten unendlich weit hinter der Retina gelegen, d. h. dann laufen die Strahlen der einzelnen Lichtkegel im Glaskörper parallel. Befindet sicli der Gegenstand zwischen dem vorderen Brennpunkt und der Oberfläche der Cornea, so werden die Vereinigungsweiten negativ, d. h. es divergiren die im Glaskörper verlaufenden Strahlen der einzelnen Lichtkegel, und schneiden sieh virtuell in einem vor der Linse gelegenen Punkte. Das Bild des Objectes wird aus sehr grossen Zerstreuungskreisen zusammengesetzt, und muss daher sehr undeutlich erscheinen.
Die Umrisse dieses zerstreuten Bildes haben aber viel grössere Dimensionen als die Umrisse des entsprechenden Objectes. Denkt man sich nun das durchlöcherte Kartenblatt zwischen Object und Auge geschoben, so werden die Zerstreuungskreise auf ein Minimum redu-eirt, indem das Kartenblatt die grössere Menge der Strahlen der ein-