238 	Ueber die Wirkung punktfriniger Diaphragmen auf das Sehen.

kreis e, welche letztere, da sie hier, bei j ens ei t s des Accommoda-
tionspnnktes gelegenen Objecten (vergl. oben ad 4) auftritt, ein schein-
bares Zurckweichen derselben bedingt.
	Da beim Accommodiren des Auges far die Ferne alle errterten
Umstnde sich umkehren, so hat es keine Schwierigkeit einzusehen,
dass auch unser Urtheil ber die Richtung der scheinbaren Bewegung'
in der Dimension der Tiefe in entgegengesetzter Weise ausfllt.
	Dass die errterte Erscheinung wirklich durch die angegebenen
Momente bedingt wird, und nicht etwa eine nur durch die schnelle
Vernderung des Gesichtswinkels, unter welchem die Objecte erschei-
nen, gesetzte Tuschung ist - obschon ich die Mglichkeit einer
solchen Tuschung nicht absolut leugnen will, - ersieht man leicht
daraus, dass kaum eine Spur des scheinbaren Vor- und Znrcktretens
bemerkt wird, wenn man den Versuch so einrichtet, dass alle jene
Momente, welche nach unserer Meinung die Erscheinung bedingen,
wegbleiben.
	a) Ich zeichnete auf eine sogenannte STAMPFER'sche Wunder-
scheibe eine Reihe von Kreisen, deren Durchmesser nach der einen
Seite immer kleiner und kleiner genommen wurden, bis die Reihe
endlich mit einem Punkte schloss. Betrachtete ich nun diese Zeichnung
durch die mit Spalten versehene Durchsichtsscheibe, so erschienen
mir, je nachdem ich nach rechts oder nach links drehte, Kreise, die
zu Punkten zusammenschrumpften oder Punkte, die sich zu Kreisen
ausdehnten - ich konnte jedoch nichts von einem Hervor- oder Zu-
rcktreten der Kreise und Punkte bemerken.
	) Betrachtet man einen verticalen nach unten an Dicke zuneh-
menden Strich durch ein feines Lchelchen, indem man denselben in
gleichbleibender Entfernung senkrecht auf- und abschiebt, so dass
das von dem Strich gesehene Stck stetig an Grsse ab- und zunimmt,
so msste, wenn die Vergrsserung und Verkleinerung des Gesichts-
winkels, unter welchem die Objecte erscheinen, das Vor- und Zurck-
treten in die Dimension der Tiefe we s en t 1 i eh bedingte, der Strich
sich zu nhern und zu entfernen scheinen. Dies habe ich jedoch nicht
beobachten knnen, sondern der Strich schien mir einfach dicker nnd\
dnner zu werden, ohne seine scheinbare Entfernung zu
ndern.
	b) Bei dem Versuche, wo man einen nahe an das Auge gehaltenen
Gegenstand durch das feine Lchelchen im Kartenblatte bedeutend
vergrssert sieht, wenn das Auge fr eine grssere Entfernung accomu-
modirt ist, habe ich bei willkrlicher Vernderung des Accommoda-
tionsznstandes nur Sp n ren einer solchen Bewegung der Gegenstnde
