	Ueber die Wirkung punktfrmiger Diaphragmen auf das Sehen.	231

zelnen Lichtkegel auffngt. Die Strahlen, welche durchgelassen wer-
den, sind aber jene, welche sich in den ussersten Lichtkegeln an dem
Theile der Peripherie. befinden, welcher zunchst an der optischen
Axe liegt.
	Das Object erscheint daher in einem relativ deutlichen und
vergrsserten Bilde, welches jedoch lichtschwach ist.
	In Fig. 3 und 4 (Taf. 11) soll these schon von HENLE gegebene
Erklrung der Vergrsserung versinnlieht werden; fr die Flle, wo
der Gegenstand in oder vor der vorderen Foealebene steht. HENLE
hat in MLLERS Physiologie, 5. 340, die Construction fr den Fall ge-
geben, wo das Object hinter der vorderen Focalebene liegt, und die
Strahlen im Glaskrper divergirend verlaufen.
	Nach dieser Construction, welche immer ein hnliches Resultat
giebt, wenn nur die Differenz zwischen den Entfernungen des Obj ectes
und des Accommodationspunktes eine bedeutende Grsse erreicht, be-
greift man vollstndig die bedeutende Vergrsserung des Bildes. Um
aber eine mglichst vollstndige Erklrung des Phnomens zu geben,
mssen wir noch auf ein snbjeeti'ves Moment, welches hierbei
thtig ist, Rcksicht nehmen. Ich meine die Schtzung der Grsse
eines und desselben Stckes der Netzhaut, beim Sehen in der Ferne
und der Nhe. Bekanntlich erscheint uns dieselbe Stelle der Netzhaut
beim Blick in die Ferne ungleich  grsser, als sie uns erscheint,
wenn wir das Auge fr die Nhe aceommodiren. Hiervon kann man
sieh leicht berzeugen, wenn man sich ein krftiges Blendungsbild
erzeugt, und dann bei geschlossenem oder offenen! Auge abwechselnd
fr die Ferne und fr die Nhe aceommodirt.
	Das Moment kommt nun bei der Vergrsserung des Bildes in Be-
tracht. Das Auge ist in unserem Versu&ae nach der Voraussetzung fr
die Fern e eingerichtet. Der dem Auge nahe gerckte, durch das
Lchelchen betrachtete Gegenstand msste uns also selbst in dem
Falle, dass sein Retinabildchen diesel b e Grsse htte, oder gar uni
ein Bestimmtes kleiner geworden wre, als es ist, wenn uns der
Gegenstand in seiner natrlichen Grsse erscheint, noch v erg r  s -
s e rt vorkommen. Da nun aber unter den angegebenen Umstnden
das Retinabild berdies aus optischen Grnden ob j e e t iv g r  is er
ist, so muss uns the Vergrsserung des Objectes um so bedeutender
scheinen.
	Vergrssert man knstlich die Brennweite des Auges, so tritt
die Vergrsserung, welche begreiflicher Weise unter gewhnlichen
Umstnden nur fr relativ nahe Objeete stattfinden kann, selbst fr
entferntere Gegenstnde ein, wie folgender Versuch lehrt.
