﻿240 Ueber die Wirkung punktförmiger Diaphragmen.auf das Sehen.
jenseits des Accommodationspunktes gelegenen Gegenstandes bestimmt, durch die folgenden Versuche und Betrachtungen.
Ich habe schon oben angegeben, dass man bei den Versuchen mit punktförmigen Diaphragmen unter übrigens gleichen Umständen aus rein optischen Gründen eine um so bedeutendere Vergrösserung oder Verkleinerung der betrachteten Gegenstände erzielt, je mehr man die punktförmige Oeffnung des Kartenblattes dem Durchkreuzungspunkte der Strahlen bd und ac nähert vgl. Fig. 3, 4 und 5 Taf. ii u. 12). Die bedeutendste Vergrösserung oder Verkleinerung erzielt man natürlich, wenn man die punktförmige Oeffnung mit diesem Durchkreuzungspunkte zusammenfallen lässt. Von der Beugung der Lichtstrahlen am Bande der Oeffnung sehe ich hier vorläufig ganz ab. Wenn man einen Gegenstand nahe vor das Auge bringt, während das Auge für die Ferne accommodirt ist, so dass derselbe diesseits des Accommodationspunktes zu liegen kommt, und dann zwischen Gegenstand und Auge ein durchlöchertes Kartenblatt bringt, so sieht man den Gegenstand, wie bereits erörtert wurde, mehr oder weniger stark ver-grössert. Schiebt man nun das durchlöcherte Kartenblatt zwischen dem Auge und dem Gegenstände gleichsam auf der Sehaxe, welche durch das Löchelchen geht, hin und her, so bemerkt man, dass die Vergrösserung merklich zunimmt, wenn das Kartenblatt vom Auge entfernt wird, dass sie hingegen abnimmt, wenn das Kartenblatt dem Auge genähert wird. Dabei habe ich ferner den bemerkenswerthen Umstand beobachtet, dass der Gegenstand in sehr auffallender Weise in Bewegung zu gerathen und zwar während seiner Vergrösserung zugleich gegen die Oeffnung des Kartenblattes heranzutreten, während seiner Verkleinerung hingegen von derselben zur ttckzu weich en scheint.
Durch das Hin- und Herschieben des punktförmigen Diaphragma’s bringen wir also bei unverändertem Accommodations zustande genau dieselbe Erscheinung der scheinbaren Näherung und Entfernung der Gegenstände hervor, wie sie bei feststehendem Diaphragma durch Veräuderung des Accommodationszustan-des mit Nothwendigkeit eintritt. Könnten wir für beide FälleN^as Vorhandensein der gleichen, unser Urtheil bestimmenden wesentlichen Umstände nachweisen, so würde unser Vertrauen zu der Richtigkeit der ganzen hier mitgetheilten Betrachtungen nicht unbeträchtlich wachsen. Diesen Nachweis nun können wir in der That liefern.
Vergegenwärtigen wir uns zuerst, dass die Näherung des Dia-phragma’s an das Auge die gleiche Folge hat, wie das Accomni o dir en des Auges für die Nähe — nämlich das scheinbare