	TJeber die Wirkung punktfrmiger Diaphragmen auf das Sehen.	241

Zurckweichen des Gegenstandes; und dass die Entfernung des
Di a ph rag ma's vom Auge die gleiche Folge hat, wie das A ceo m -
mod iren fr die. Ferne - nmlich die Nherung des Gegen-
standes.
	Untersuchen wir nun sofort die Umstande, welche durch das Ver-
schieben des Kartenblattes gesetzt werden, ob es wesentlich diesel -
b en sind, welche unser TJrtheil bei der Vernderung des Accommoda-
tionszustandes bestimmen. Durch das Entfernen des Kartenblattes
vom Auge wird das sich vergrssernde Bild des Gegenstandes zu glei-
cher Zeit lichtschwacher und undeutlicher, d. h. die Zer-
streuungskreise nehmen an Grsse zu. Zufolge der Abnahme der
Lichtstrke sollte uns zwar der Gegenstand zurckzuweichen scheinen;
die Vergrsserung der Zerstreuungskreise bei einem diesseits des
Accommodationspunktes gelegenen Gegenstande bestimmt uns aber
zur entgegengesetzten Auffassung, und da dieses letztere Moment hier
das bedeutendere ist, so berwindet es das erstere und wir beurtheilen
die scheinbare Bewegung des Gegenstandes in seinem Sinne - als
Nherung.
	Schieben wir das Kartenblatt zurck, wodurch es dem Auge ge-
nhert wird, so treten die entgegengesetzten Vernderungen an dem
sich etwas verkleinernden Bilde ein - es wird lichtstrker und
deutlicher, d. h. seine Zerstreuungskreise nehmen an Grsse ab -
und die scheinbare Bewegung muss in ihr Gegentheil umschlagen, der
Gegenstand scheint zurckzuweichen.
	Aus welchem Grunde und in welcher Art das Verschieben des
Diaphragma's im ersten Falle eine Vergrsserung, im zweiten eine
Verkleinerung der Zerstreuungskreise setzt, ersieht man leicht durch
die genauere Betrachtung von Fig. I und 2 (Tafel 14). Dass mit der
Vergrsserung der Zerstreuungskreise eine Verminderung der Licht-
strke gesetzt wird, lehrt der Augenschein - und versteht sich wohl
auch von selbst.
	Vergleichen wir jetzt die unser Urtheil ber die Dimension der
Tiefe bestimmenden Umstnde, welche einerseits die Vernderung des
Accommodationszustandes bei feststehendem Diaphragma, andererseits
die Verschiebung des ]Jiaphragma's bei feststehender Accommodation
zur Folge hat, so werden wir finden, dass diese Umstnde fr beide
Flle wesentlich dieselben sind, mit dem einzigen Unterschiede,
dass bei der Verschiebung des Diaphragma's der schdliche Einfluss,
welchen die willkUrlic Vernderung des Accommodafionszustandes
ausbt (vgl. oben sub b) wegfllt, wodurch es sich denn, abgesehen von
der verschiedenen Grsse der hier und dort gesetzten Vernderungen,
Czermak, Schriften.	16
