Ueber die Wirkung punktfrmiger Diaphragmen auf das Sehen. 229
	C. Aeeommo dirt man fr die Ferne, und richtet seine Aufmerk-
samkeit auf ein sehr nahes Object, oder nhert ein Object dem Auge
bis ber den Nahepunkt, so dass das Auge nothwendig fr einen ent-
fernteren Punkt accommodirt ist, so erscheint dieses Object undeutlich,
schiebt man nun ohne sonst etwas zu ndern, ein durchstochenes Kar-
tenblatt zwischen das Object und das Auge, und sieht dann durch das
Lchelchen nach dem Object, so erscheint dasselbe relativ deutlich,
zwar lichtschwach, aber vergrssert.
	D. Kehrt man die Bedingungen um, accommodirt man also fr die
Nhe, und richtet die Aufmerksamkeit auf ein fernes Object, so wird
dieses undeutlich erscheinen. Schiebt man nun wieder das Kartenblatt
mit dem Lchelchen vor das Auge, so sieht man jenes Object mit rela-
tiver Deutlichkeit, aber verkleinert.
	Je nher der Accommodationspunkt dem Auge liegt, desto auffal-
lender tritt caeteris paribus die Verkleinerung des Bildes hervor.
Wenn man, whrend das Auge durch das Lchelchen nach fernen Ob'-
jecten sieht, abwechselnd fr die Nhe und dann fr die Ferne accom-
modirt und smmtlichc Accommodationszustnde stetig durchluft, so
bemerkt luau, dass die gesehenen Objecte in Bewegung gerathen, sich
dem Auge nhern und von demselben sich entfernen.
	Und zwar in dem Maasse, als sich der Accommodationspunkt dem
Auge nhert, verkleinern sich die fernen Objecte und weichen
zugleich zurck. Rckt man hingegen den Accommodationspnnkt
wieder nach seiner alten Stelle, oder gar noch weiter vom Auge ab,
so scheinen die Objecte sich wieder dem Auge zu nhern und grs-
ser zu werden.
	Es giebt wohl noch mancherlei andere Erscheinungen, welche
beim Sehen durch punktfrmige Diaphragmen zu beobachten sind,
allein ich beschrnke mich auf die Besprechung der hervorgehobenen
Thatsachen, da dieselben fr uns von Wichtigkeit sind.
	Ad A. Wenn die Zerstreuung des durch das Lchelchen tretenden
Strahlenkegels auch nur' unbedeutend ist, so ist dieselbe doch vorhan-
den, und muss eine, wenn auch unbedeutende Vergrsserung der Ver-
einigungsweite der Lichtstrahlen bedingen, da die strker divergiren-
den Strahlen des zerstreuten Lichtkegels von einem nher gelegenen
Punkte zu kommen scheinen, welchem, nach bekannten Gesetzen, eine
grssere Vereinigungsweite entspricht.
	Dieser Umstand kann nicht ganz ohne Einfluss auf den Accommo-
dationszustand bleiben, und es ergiebt sich hieraus, dass die Bestim-
mung der Accommodatiousverhltisse eines Auges, welches dabei durch
ein feines Lc1jelchen sieht, nicht vollkommen richtig ausfallen kann.
