232 Ueber die Wirkung punktfrmiger Diaphragrnen auf das Sehen.
	Ich brachte das Auge unter Wasser, indem ich das von mir be-schriebene 
Orthoskop (Nr. VII) anwendete, und blickte durch die
mehr als Zoll dicke, das Auge umsplende Wasserschicht nach dem
mehr als 4 Klaftern entfernten Fenster. Da das Auge, weIchs durch
die Wasserschicht der optischen Wirkung der Cornea beraubt war,
ungeheuer weitsichtig wurde, so konnte ich in dieser Entfernung Nichts
deutlich wahrnehmen.
	Brachte ich nun aber ein durchbohrtes Kartenblatt vor das Auge,
so erschien mir das Fenster zwar schattenhaft und sehr lichtschwach,
aber ungemein vergrssert, und mit ziemlich scharfen Umrissen.
	Ad D. In diesem Falle lsst sich durch die Betrachtung der opti-
schen Verhltnisse eine objective Verkleinerung des Retina-
bildchens, und zugleich der in demselben Sinne wirkende Einfluss
des schon im vorigen Falle errterten subj ectiven Momentes nachweisen,
so dass die Erklrung des Phnomens keinem Zweifel unterliegt.
	Da das Auge fr die Nhe accommodirt ist, so muss das Bild eines
entfernten Obj ectes vor die Netzhaut fallen (vergl. Taf. 12, Fig. 5).
Das Lchelchen des Kartenblattes, welches vor das Auge geschoben
wird, bedingt auch hier durch Verkleinerung der Zerstreuungskreise
eine grssere Klarheit des Bildes, welches in dem Maasse sich ver-
kleinert, als die Vereinigungsweiten der Lichtstrahlen, durch das
Accommodiren fr die Nhe weiter vor die. Retina fallen, indem dann
die durchgelassenen Lichtstrahlen, welche von den ussersten Punkten
a und b des Objectes ausgehen, strker convergiren. Das Bild wird
also in der That objectiv kleiner, und hierzu kommt noch die schon
oben errterte Schtzung der Grsse des Iletinabildchens, welche, da
das Auge fr die Nhe accommodirt wird, das Bildchen noch kleiner
erscheinen lsst. Warum mit dem Kleinerwerden des Bildes der
Gegenstand zugleich in der Dimension der Tiefe sich zu entfernen
scheint, bin ich gengend zu erklren nicht im Stande, glaube aber,
dass, da eine stetige Verkleinerung des Sehwinkels, sowohl durch
stetiges Verkleinern des Objectes, als durch stetiges Entfernen dessel-
ben hervorgebracht werden kann, der Verstand durch ein noch nicht
nher zu bezeichnendes Moment bestimmt wird, das Phnomen in der
letzteren Weise auszudeuten und anzuschauen. Wir haben hier den
merkwrdigen Fall, dass eine stereoskopische Anschauung
durch ein einziges Auge vermittelt wird.
	Je kleiner das Lchelchen ist, welches man bei den beschriebenen
und erklrten Versuchen anwendet, desto lichtrmer und desto schrfer
begrenzt wird das Retinabildchen erscheinen.
Will man die objective Vergrsserung des Retinabildehens im
