﻿254 Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc.
engeren Sinne entsprechenden Stellen der Fäden den Augen sich nähern. (Siehe Fig. 10 auf Taf. 13).
Der Durchkreuzungspunkt der Doppelbilder liegt dann jenseits der deutlichen Stelle des Fadens.
Das Resultat dieses Versuches stimmt ganz mit dem des unter A 1 beschriebenen Versuches überein — nur mit dem Unterschiede, dass das gesetzwidrige Verhältniss des Accommodationszustandes zur Augenstellung dort durch willkürliche Aenderung der Augenstellung, hier durch Aenderung des Accommodationszustandes erzwungen wurde.
Schon Plateau und Müllek theilten nach Beobachtungen an sielt mit, dass sie durch eine Abänderung des Refractionszustandes das Undeutlichwerden der Gegenstände ohne Veränderung der Stellung der Augen, also ohne Erzeugung von Doppelbildern hervorbringen könnten. Müller glaubte zwar anfangs, dass dennoch Doppelbilder, welche sich zum Tlieile decken und desshalb der Wahrnehmung entgehen , vorhanden sein dürften, kam aber später von dieser Ansicht mit Recht zurück. Mein oben angeführter Versuch mit dem Faden gibt hierüber die vollste Gewissheit, indem bei der unbedeutendsten Verstellung der Augen der Durchkreuzungspunkt der beiden Bilder des Fadens verschoben wird, entweder dem Auge näher rückt, oder von dem Auge sich entfernt. Nun liess sich aber bei gelungenen Versuchen keine Spur einer solchen Verrückung des Durchkreuzungspunktes beobachten, also muss in diesen Fällen die Convergenz der Sehaxen unverändert geblieben sein, und konnte nicht an eine Entstehung von Doppelbildern gedacht werden, welche etwa zur Erklärung des Undeutlichwerdens der Gegenstände zu benützen gewesen wären.
Auch diesen Versuch kann man, wie den unter A 1 beschriebenen zur Bestimmung der Grösse der Trennung des Zusammenhanges zwischen Augenstellung und Accommodation benützen.
Man braucht nur den Abstand zwischen dem Durchkreuzungspunkt der beiden Bilder des Fadens und den Accommodationspunkten mit dem Zirkel direct zu messen. Diese Messung auszuführen, ist jedoch aus doppeltem Grunde schwierig, indem erstlich der Accommo-dationspunkt in der Accommodationslinie i. e. S. nicht markirt ist, und weil zweitens überdies jene Punkte des Fadens, für welche das Auge accommodirt ist, indirect gesehen werden. Die gesuchte Distanz kann also nur geschätzt, nicht eigentlich gemessen werden.
Jene Stelle des Fadens, für welche die Augen accommodirt sind, erscheint im Doppelbilde, während für den e i n f a c h gesehenen Durchkreuzungspunkt nicht accommodirt ist. und derselbe daher in einem