﻿lieber den Zusammenhang zwischen clor Convergenz der Augenaxen etc. 265
Vorher erlaube ich mir die Stelle aus R. Wagner’s neurologischen Untersuchungen zu citircn. welche sich auf die sogenannten Mitbewegungen bezieht.
R. Wagner sagt* 1 : » Ich nehme zwei Classen von Mitbewegungen an : 1 : Solche, welche angeboren und durch einen unabänderlichen Mechanismus das ganze Leben auf eine nicht zu beseitigende dem Zwecke der Functionen dienende Weise mit anderen automatischen oder intendirteu Bewegungen zwangsmässig verbunden sind. Dahin rechne ich z. B. die Contraction der Pupille bei kräftiger Zusammenziehung der Mm. recti interni in der Convergenzstellung beider Augenaxen beim Nahesehen. Ich erkläre dies aus einer anastomoti-sclien Verbindung der multipolaren Ganglienzellen im Kerne des Nerv, oculomotor ins unterhalb der Sylvischen Wasserleitung, welche die 1 r-sprungsfasern des M. rectus internus abgeben, mit anderen Ganglienzellen. aus denen die Sphincterenmuskelfasern der Iris ihre Nerven erhalten2). 2 Zur zweiten Classe von Mitbewegungen rechne ich diejenigen, höchst zahlreichen, welche sich durch Uebung beseitigen lassen, z. B. die bei intendirten Bewegungen einzelner Finger wider den Willen miterfolgenden Bewegungen anderer Finger. Hier tritt die allbekannte Erfahrung auf, dass in Folge vielfältiger Uebung alle isolirten Erregungen einzelner Muskeln und Muskelapparate uns allmählich leichter werden, daher denn auch Kinder noch mit vielen Mitbewegungen behaftet sind. welche Erwachsene längst unbemerkt beseitigt haben. Eine Erklärung dafür ist nach meiner Annahme zahlreicher anastomotischen Verbindungen zwischen den die einzelnen Muskeln beherrschenden multipolaren Ganglienzellen leicht«.
Thatsache keine Bedeutung für die Prioritätsfrage gewinnen, da Purkyxe die Mühe gescheut hat, seine längst gehegten Ideen der Oeffentlichkeit zu übergehen.
Ich aber glaubte nichts destoweniger — als Jünger dieses Meisters — die Verpflichtung zu haben, den mitgetheilten Sachverhalt, wenn auch nur gleichsam als biographische Notiz, zur Sprache zu bringen.
1	Nachrichten v. d. G. A. Universität und der k. Gesellschaft d. Wissensch. zu Göttingen. (i. März 1S54, Nr. 26, S. 9S.
2	»Dass ich die im Bezirke der Hirnnerven, z. B. in der Region der Sinnesnerven vorkommenden Bewegungen meinem Systeme von multipolaren Ganglienzellen unferordne und im Wesentlichen dieselben Bedingungen, wie im Rticken-marke anzunehmen geneigt bin, habe ich schon in meiner letzten Mittheilung »»über die Elementarorganisation des Gehirnes«« erwähnt. Wem für die Sinnesnerven, wie namentlich für Seh- und Hörnerven die Annahme eigener excitomoto-rischer Fasern noch bedenklicher erscheinen mag, als für die Rückenmarksnerven, dem möchte ich entgegnen, dass gewiss ein Theil der Reflexbewegungen, welche man sich durch die Fasern der Sinnesnerven vermittelt denkt, den excitirenden Fasern des Trigeminus und Vagus zukommt . . .«