XIX.
IJeber den
Zusammenhang zwischen der Oonvergenz der Augen-
axen und dem Accommodationszustande der Augen
(sammt Zusatz).



[Wiener akadenz. Sitzungsberichte 1854 u. 1855 (Physiologische Studien).]

(Hierzu Fig. 6, 7 u. S auf Taf. 12;	Fig. 9 u. 10 auf Taf. 13 und Fig. 3 u. 4 
auf
	Taf. 13.






	Die Erfahrung lehrt, dass der Accommodationszustand
der Augen immer der Entfernung des Durchkreuzungs-
punktes der Sehaxen entspricht, so, dass eine Vern-
derung des Convergenzwinkels der Sehaxen auch eine
Vernderung des Accommodationszustandes der Augen
und umgekehrt zur Folge hat.
Selbst wenn ein Auge geschlossen ist, gilt dieses Gesetz.
	Die gegenseitige Abhngigkeit der fraglichen Vorgnge von
einander lsst sich mathematisch ausdrucken und in eine Formel
bringen. In der Fig. 6 (auf Taf. 12) sei A das linke, B das rechte
Auge, c der Drehpunkt des linken, b der des rechten Auges, b c die
Entfernung der beiden Drehpunkte von einander; a a' a" a" a* a**
Punkte in welchen sich die Sehaxen ab und a c unter demselben Con-
vergenzwinkels a schneiden. Diese Punkte liegen daher mit den
Punkten b und'c in einer Kreislinie, deren Centrum sich in C befindet.
	Der Winkel a ist offenbar durch die drei Seiten der Dreiecke
abc, a'b c, a"b c .... etc. bestimmt.
	Aus den gegebenen drei Seiten eines dieser Dreiecke muss nun a
berechnet werden. Die erhaltene Formel hat aber fr alle Flle Gel-
tung, und ist der exacte Ausdruck des oben aufgestellten physiologi-
schen Gesetzes. In dem Dreieck a'bc ist:
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