264 Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc.

gelstereoskop darstellt, obschon Differenzen, wie die zwischen ciA" und
a'B" (namentlich wenn die Bilder klein und mehre Zolle von den Spie-
geln entfernt sind) allerdings gnzlich vernachlssigt werden knnen.
	Beilufig erlaube ich mir noch anzumerken, dass die errterten
Verhltnisse einen nicht unwesentlichen Unterschied zwischen dem
Sehen wirklicher Krper und dem Stereoskopiren durch stereo-
skopische Apparate begrnden, welcher, wie mir scheint, erklrt,
warum uns die plastischen Bilder (namentlich Landschaften) im Ste-
reoskope mit ungewohnter, ich mchte sagen unna t ii r lie h er Klar-
heit und Schrfe entgegentreten, und dann, warum das Stereoskopiren
durch Stereoskope eine fhlbare Anstrengung, welcher auch wohl Er-
mdung folgt, kostet, whrend wir unter brigens gleichen Umstnden
beim Betrachten wirklicher, nach drei Dimensionen des Raumes
ausgedehnter Krper nichts von diesen Folgen spren.
	6. Hierher gehrt endlich auch das, was ich oben ber das Sehen
der Punkte des MLLER'sehen Horopterkreises gesagt habe.
	e) Meine am Ende vorstehender Abhandlung angedeutete Ansieht
ber die Art der Verknpfung der Accommodations- und Convergenz-
bewegungen will ich nun etwas ausfhrlicher und bestimmter behan-
deln, mit Beziehung auf die von H. WAGNER angebahnte, auf mikro-
tomiseher Basis ruhende Innervations-Theorie, welche mir bereits seit
geraumer Zeit durch meinen hochverehrten Lehrer Prof. PuIl*YNI.:
bekannt und gelufig ist",. 		/

	PURKYN trgt sich nmlich schon seit der durch ihn gemachten Entdeckung
der mehrfach geschwnzten Ganglienzellen der grauen Substanz mit ganz hn-
lichen hypothetischen Ideen ber die Innervations-Erscheinungen in den 
Central-
organen, wie solche in jngster Zeit R. WAGNER nach so manchen neuen, ermun-
ternden, mikroskopisch-anatomischen Thatsachen, welche PURKYNi damals nur
erst ahnen konnte, ausgesprochen hat. Ja PURKYN theilt schon seit Jahren 
diese
Ideen in seinen Vorlesungen den Zuhrern mit. Durch vorliegende Anmerkung
knnen und sollen R. WAGNERS grosse Verdienste um die Gestaltung einer 
exaete-
ren Nervenphysiologie durchaus nicht geschmlert werden. Die Absicht meiner
Mittheilung ist nur die, hier an den Mann zu erinnern, in dessen 
auserwhlteni,
durchaus ursprnglichem Geiste schon so mancher folgenreiche Gedanke aufge-
gangen war, der wie im vorliegenden Falle, erst spter an anderen Orten, von
anderen Hnden zur Reife gebracht wurde. So hatte PUEKYN lange vor SCHwANN
die Grundzge der Zellentheorie erfasst und in aller Stille fr sieh und 
seine
Freunde und Schler bearbeitet, allein der khnere und weniger zurckhaltende
ScIrWANN hat, wie PUEKYN in einer Besprechung der SCRwANN'sehen Unter-
suchungen scherzweise sich ausdrckte, die Braut, die er (PURKYN) lngst
kannte und um die er schon lange warb, heimgefhrt. Obschon es keinem Zweifel
unterliegt, dass PURKYN sowohl die Innervations- als die Zellentheorie weit
frillier als WAGNER und SdHwANN erfasst und aufgebaut hat, so kann doch 
diese
