268 lIeber den Zusammenhang zwischen der Couvergenz der Augenaxen etc.

G r ii ss e der ausgelsten Bewegungen, mglich ist, drfte sieh aus der
fr grssere Bewegungen benthigten grsseren Intensitt des Impulses
und dem dadurch bedingten grsseren Erregungsbezirke erklren
lassen. Hierauf deutet schon WAGNER, indem er sagt I): Nehme ich
die multipolaren Ganglicnzcllen als Knotenpunkte fr Innervations-
prcccssc an, so liegt allerdings eine Schwierigkeit darinnen, zu er-
klren, warum die Erregungen von einer Faser bald in der ersten Zelle
ruhen bleiben, bald auf benachbarte oder entferntere, oft sehr viele
Zellen und die von denselben abgehenden Commissuren und Fasern
bergehen. Dies kann nun mglicher Weise theils von der Intensi-
tt der Reize, theils von der ganzen Stimmung der multipolaren
Ganglienzellen, die jedenfalls variabel ist - z. B. abhngig von der
Blutzufuhr, von spccifischen Reizmitteln, wie Strychnin u. 5. 'V.
herrhren.
	Man knnte hier auch an eine Verschiedenheit der Impulse und
Innervationsprocessc denken, welche etwa der Verschiedenheit zwi-
schen gewhnlichen und polarisirten Lichtstrahlen analog wre. Nhme
man dann noch in dem Inhalte der Nervenzellen und Fden gewisse
den Elasticittsunterschieden des Lichtthers in doppeltbrechenden
Substanzen analoge Vernderungen an, so liesse sich begreifen ,'\wa-
rum die Erregungen bald in den ersten Zellen liegen bleiben mssen,
bald anf mehrere Zellen u. s. w. bergehen.
	Um etwaigen Missverstndnissen vorzubeugen, erklre iS schliess-
lich erstens, dass ich die oben aufgestellte Hypothese fr nichts weiter
ausgebe und angesehen wissen will, als fr einen anspruchslosen Ver-
such die in Folge des cigeuthmlichcu Zusammenhanges zwischen den
Accommodations- und Augenbewegungen zu beobachtenden Erschei-
nungen mit einer bestimmteren Vorstellung von der anatomischen
Anordnung der Innervationsbahnen in Beziehung zu bringen, - und
zweitens, dass ich, trotz des Eingehens auf B. WAGNER's lunervatious-
theorie, doch weit entfernt bin, seine sonstigen Ansichten ber die
Function der Ccutralorgane, wie sie dieser Physiologe in dem zweiten
Theile seines anthropologischen Vortrages ber a Mensch ens eh  -
pfung und Seelen snbstanz Gttingen, G. Wiegand 1854, aus-
zusprechen den Muth hatte, zu theilcn oder gutzuheissen.
	f) In der vorstehenden Abhandlung habe ich nachgewiesen, dass
man im Stande sei die Augeuaxcn willkrlich zur Divergenz zu
bringen, zugleich aber irrthmilich bemerkt, dass dies, wenn der
Gegenstand, dessen Auseinandertretcn in Doppelbilder als Maass der


A. a. 0., S. 93.
