﻿246 Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc.
Augen gegen einander mit dem Accommodationszustande in causalem Zusammenhänge stünde.
Freilich sind alle Fälle, auf welche Ruete sich bezieht, von sehr geringer Bedeutung zur Feststellung des Verhältnisses zwischen Accommodation und Augenstellung, da sie blos eine abnorme oder künstliche, und nicht eine willkürliche Veränderung des Refractionszustandes des einen Auges betreffen.
Uebrigens bestätigt Ruete auch Volkjiann’s oben angeführte Versuche, und stellt ferner die Behauptung auf, dass Jemand, der willkürlich mit beiden Augen stark nach innen schielen kann, und dabei ein gutes Accommodationsvermögen besitzt, abwechselnd mit dem einen und mit dein andern Auge bei gleich bleibender Convergenz der Sehaxen ein Buch zu lesen im Stande sei, welches in verschiedener Entfernung vom Kreuzungspunkte der Sehaxen gehalten wird. Lehrb. der Ophthalmologie 1845, S. 103).
Dondees endlich hat folgende zwei hierher gehörige Versuche angegeben.
Sieht man mit einem Auge frei, mit dem anderen aber durch die grössere Oeffnung einer konisch sieh verjüngenden Papierrolle, nach einem in der deutlichen Sehweite gehaltenen Buche, so findet man, dass die beiden Gesichtsaxen nicht auf dieselben Zeilen gerichtet sind, und selbst mit der grössten Mühe nicht auf denselben Buchstaben gerichtet werden können, während doch jedes Auge beharrlich für den Abstand des Buches accommodirt ist und bleibt.
Der zweite DoxuKE.s’sehe Versuch giebt zugleich ein Mittel an die Hand, die Grenze der Unabhängigkeit zwischen Augenstellung und Accommodation zu bestimmen und besteht darin, dass man einen Gegenstand bei veränderter Convergenz der Sehaxen durch verschieden starke concave und convexe Brillen fixirt. Da es unter diesen Umständen doch gelingt, das Object deutlich und einfach zu sehen, so muss sich je nach der Beschaffenheit der Brille, der Refractionszustand der Augen unabhängig von der gleich bleibenden) Convergenz der Augenaxen geändert haben. Die Brennweiten jener convexen und concaven Linsen, bei deren Gebrauch das Vermögen den fixirten Gegenstand deutlich und einfach zu sehen, verloren geht. geben einen Anhaltspunkt zur Bestimmung der Grösse der gegenseitigen Unabhängigkeit der fraglichen Functionen. Donders : Over het verband Lauschen het convergeren der gezigtsassen en den accommoclatie-toestand der nagen. Ned. Lancet 2. Serie, 2. Jaarg. S. 156 . —
Im Folgenden erlaube ich mir meine eigenen Untersuchungen über