﻿lieber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc. 247
den vorliegenden Gegenstand, und die Resultate, welclie ich mit meinen Augen erhalten habe, mitzutheilen.
Was zunächst die von Müller, Volkmann, Ruete und Dundees gemachten Angaben betrifft, so kann ich deren Ergebnisse nach meinen Erfahrungen fast durchgehends bestätigen. Nur in zwei Punkten hin ich zu abweichenden Resultaten gekommen.
Wenn ich Donders recht verstehe, so ist es ihm unter keiner Bedingung gelungen, die beiden Sehaxen durch eine willkürliche Anstrengung der Augenmuskeln auf denselben Buchstaben zu richten, wenn das eine Auge durch eine Papierdüte mit sehr kleiner Oeffnung, das andere Auge frei nach einer Druckschrift sieht.
Hat die Oeffnung der Papierdüte einen mehr als liniengrossen Durchmesser, so dass das Gesichtsfeld nicht gar zu beschränkt ist, so kostet es mich eine nur geringe Anstrengung, die Augenstellung zu corrigiren. Aber seihst dann, wenn die Oeffnung der Düte sehr klein ist, hin ich oft nach mehrmaliger vergeblicher und sehr bedeutender Anstrengung, noch immer im Stande gewesen, die Augenaxen in demselben Punkte zum Durchschneiden zu bringen.
Der Angabe Ruete’s, dass man hei starkem Schielen nach innen ein Buch, welches in einer grösseren Entfernung gehalten wird, als der Durchkreuzungspunkt der Sehaxen sich befindet, abwechselnd mit einem und dann mit dem andern Auge, ohne Veränderung der Augenstellung, lesen könne, muss ich für meine Person entschieden widersprechen, obschon ich die von Ruete zu diesem Versuche geforderten Eigenschaften — ein gutes Accommodationsvermögen und die Fertigkeit stark nach innen zu schielen — in hohem Grade besitze. Ja ich glaube sogar behaupten zu dürfen, dass Ruete’s Angabe kein besonderes Vertrauen verdient, da Ruete nicht sagt, dass er selbst den Versuch angestellt habe, und da ferner gar keine Erscheinungen angeführt sind, durch welche man sich überzeugen könnte, dass die Personen, welchen Ruete diese Mittheilung verdankt, richtig beobachtet haben, wozu besonders in dieser Sphäre Uebung und Geschick gehören, die eben nicht Jedermanns Sache sind.
Wenn ich ein Buch vor mir aufgeschlagen habe, und nach Ruete’s Vorschrift stark nach innen schiele, so dass der Kreuzungspunkt der Sehaxen vor die Buchfläche fällt, und » die Reihen der Lettern doppelt« erscheinen, dann bin ich unter keiner Bedingung im Stande, mit völliger Klarheit die Buchstaben zu sehen; denn erzwinge ich die passende Accommodation, so tritt unabänderlich auch die Correction der Augenstellung für die Entfernung des Objectes ein. Freilich, wenn es sich bei diesem Versuche nur um das Lesen, und