﻿24S Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc.
nicht um deutliches Sehen handelte, dann könnte man Ruble's Angabe schon gelten lassen, indem das Lesen auch bei unvollkommener Accommodation möglich ist. —
Die Doppelreihe von Versuchen, welche ich hier folgen lasse, umfasst alle möglichen Fälle der Trennung, des Zusammenhanges der beiden Functionen, und erschöpft von dieser Seite somit den Gegenstand. Die erste Keilte [A] bezieht sich auf die Fälle, ob und in wN weit bei festgehaltener Accommodation die Sehaxen vor oder hinter den Accommodationsp unkt zur Durchkreuzung zu bringen sind, während die zweite Keilte £ die Fälle behandelt, wobei unverrückter Augenstellung der Accommodationspunkt vor oder hinter den Durchkreuzungspunkt der Sehaxen fallen soll.
Ich habe die Augen unter keine künstlichen Bedingungen gebracht, wie z.B. Doxders, sondern alle Resultate durch blosse willkürliche Anstrengung erzielt.
A. 1. Halte ich ein aufgeschlagenes Buch in der deutlichen Sehweite vor mich hin, so gelingt es mir, durch eine willkürliche Anstrengung der Augenmuskeln, den Durchkreuzungspunkt der Sehaxen in verschiedene Entfernung hinter die Buchfläche fallen zu lassen, während doclt beide Augen für den Abstand des Buches accomniodirt bleiben. Bei myopischen Individuen findet dieses Verhältniss der Accommodation zur Augenstellung immer Statt, wenn sie entfernte Objecte fixiren. Dabei erscheint die Druckschrift natürlich im Doppelbilde. Je weiter hinter das Buch der Kreuzungspunkt der Sehaxen fällt, desto weiter treten auch die Doppelbilder auseinander.
Der Abstand der Doppelbilder ist gleich dem Abstande der beiden Punkte, wo die Sehaxen die Buchfläche schneiden, und zeigt also an. um wie viel das eine Auge nach aussen gedreht worden sei, wenn das andere unverrückt geblieben ist.	-—
Die Fig. 7 auf Taf. 12 erläutert den ganzen Vorgang. Es sei A C die Buchfläche, L das linke, R das rechte Auge ; m ein Buchstabe, welcher zuerst von beiden Augen fixirt wird, und daher einfach und deutlich erscheint.
Wird nun das Auge R nach aussen gedreht, so dass die Verlängerung seiner Axe den Punkt n trifft, während das Auge L seine Stellung beibehält, so ist dann o der Durchkreuzungspunkt der Sehaxen. und «’ der Convergenzwinkel, welcher kleiner ist. als der frühere Winkel a.
Der Buchstabe m muss nun im Doppelbilde erscheinen, und zwar steht rn . das zweite Bild von m, eben so weit von m auf der linken Seite ab, als der Punkt n von m auf der rechten Seite entfernt ist, in-