﻿Uelter den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc. 249
dem m und n an demselben Punkte im Raume gesellen werden, weil ihre Bilder auf identische Stellen der Netzhaut, die gelben Flecke, fallen. Die Bilder, welche das rechte und das linke Auge von der Druckschrift vermitteln, erscheinen über einander verschoben. Das rechte Auge vermittelt das linke, das linke Auge das rechte der Doppelbilder. Die punktirte Linie A' C zeigt die Stellung des dem rechten Auge entsprechenden Doppelbildes in Beziehung auf das dem linken Auge entsprechende Bild A C. Da die Augen trotz der Verstellung der Augenaxen beharrlich für die Entfernung der Buch-fläclie accommodirt bleiben, so haben diese Doppelbilder das Eigen-thümliche, dass immer eines derselben scharf und deutlich gesehen werden kann. Wo sonst beim Binocularselieu Doppelbilder zu entstehen pflegen, dort fallen sie meist beide in das indirecte Sehfeld, und entstehen immer unter ungünstigen Accommodationsverliältnissen, können daher auch nie scharf und deutlich erscheinen.
Je nachdem man die Aufmerksamkeit in dem einen oder in dem anderen Auge concentrirt, kann man den Wettstreit der Sehfelder, der unter den Bedingungen des Versuches nothwendig eintreten muss, zu Gunsten dieses o<Jer jenes Auges entscheiden, und bald mit dem rechten, bald mit dem linken Auge mit aller Deutlichkeit die Buchstaben sehen und lesen. Beiläufig will ich bemerken, dass sich die Pupille merklich verkleinert, wenn man die Augenaxen wieder unter dem alten und legitimen Convergenzwinkel a sich kreuzen lässt.
Ich bin, während des Anstellens des aus einander gesetzten Versuches, im Stande, die Doppelbilder nach Belieben mehr auseinander treten zu lassen, und dann wieder zu einem Bilde zu verschmelzen. Es giebt jedoch für meine Willkür einen grössten Abstand der Doppelbilder. den ich trotz aller Anstrengung nicht überschreiten kann — dann ist die Grenze der Unabhängigkeit der Augenstellung von dem betreffenden Accommodationszustande erreicht. Für verschiedene Accom m o d a tions zu stände sind die Grenze n der Unabhängigkeit nicht dieselben.
Stelle ich den mitgetheilten Versuch mit einem mehrere Fuss weit entfernten Objecte, oder mit noch entfernteren Gegenständen an, z.B. mit dein Fenster eines auf der entgegengesetzten Seite der Strasse liegenden Hauses, mit einem Kirchthurm und dergl., so kann ich die Doppelbilder weit mehr aus einander treten lassen, als wenn ich den Versuch mit einem nur wenige Zoll entfernten Gegenstände vornehme.
Unter solchen Umständen bringe ich die Augenaxen zum Parallelismus, ja selbst zur Divergenz.
Die Augenaxen schneiden sich dann hinter meinem Kopfe. Ich