﻿Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augeuaxen etc. 253
liaftigkeit ihres Accommodationsvermögens stets in diesem Falle, wenn sie nahe Gegenstände tixiren. Sobald ich den Convergenzwinkel der Sehaxen durch willkürliche Drehung der Augen nach innen ver-grösserte, trat auch stets die entsprechende Veränderung des Accom-modationszustandes ein. (Vgl. das zu Ruete’s Behauptung Bemerkte, so wie das weiter unten unter B 2 Gesagte.)
B 1. Ich komme nun zu dem zweiten Paar von Versuchen, welche sich von den unter A mitgetheilten Experimenten, wie bereits erwähnt, dadurch unterscheiden, dass es sich hier darum handelt zu zeigen, ob und in wie weit, bei beharrlich'festgehaltener Augenstellung der Accommodationszustand willkürlich geändert werden könne, während dort gezeigt wurde, in wie rveit bei festgehaltenem Accommodations-zustande der Convergenzwinkel der Sehaxen willkürlich vergrössert oder verkleinert werden kann.
Spannt man einen dünnen Faden senkrecht zur Gesichtsfläche und in der Medianlinie auf, so wird er, wenn man einen beliebigen Punkt desselben mit beiden Augen fixirt, bis lauf eben diesen Punkt doppelt gesehen werden. Fixirt man die Mitte des Fadens, so erscheinen zwei Fäden, die sich in der Mitte durchkreuzen, und von denen der eine, dessen dem Auge zugekehrtes Ende vor dem Durchkreuzungspunkte links liegt, dem rechten; der andere, dessen dem Auge zugekehrtes Ende vor dem Durchkreuzungspunkte re dits liegt, dem linken Auge gehört. Zugleich wird man bemerken, dass jeder dieser Fäden nur eine kurze Strecke in der Mitte klar und deutlich gesehen wird, während die Deutlichkeit gegen das dem Auge zu-und abgewendete Ende immer mehr abnimmt, und einer nebelhaften Verbreitung des Fadens Platz macht. Jeder Faden erscheint in Form einer Accommodationslinie i. w. S. (vgl. Nr. XVII . Die Accommoda-tionspunkte derselben fallen mit dem Durchkreuzungspunkte der Fäden und daher auch der Sehaxen zusammen, wie in Fig. 9 (Taf. 13) dargestellt ist.
Wenn man den Blick auf dem Faden hin und her schweifen lässt, so rücken in demselben Maasse der Durchkreuzungspunkt der Doppelbilder und die dünnen deutlich gesehenen Stellen des Fadens hin und her — in Folge des gesetzmässigen Zusammenhanges zwischen der Augenstellung und dem Accommodationszustande.
Es gelingt jedoch bei beharrlich festgehaltener Augenstellung für einen nähern Punkt als den Durchkreuzungspunkt der Sehaxen zu accommodiren.
Der Durchkreuzungspunkt der Doppelbilder bleibt dann unverrückt , während die beiden deutlichen. den Accommodationslinien im