﻿Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc. 259
eher die Trennung aus freien Stücken, mir zum wenigsten, niemals gelingen wollte.
Hier, glaube ich. hat man den Schlüssel zu diesem Räthsel. Beim DoNDEßs’schen Versuche sieht man eben mit beiden Augen und würde doppelt und undeutlich sehen, wenn sich die Augen den, von der Norm etwas abweichenden Bedingungen des Versuches nicht fügen wollten. Es macht sich hier die Tendenz einfach und klar zu sehen geltend, und erzwingt, selbst gegen die bisherige Gewohnheit, die geforderte ungewöhnliche Combination von Augenstellung und Accommodation.
Stellt man den DoNDERs’schen Versuch an, so befindet man sich ganz in der Lageeines Kindes, das ebene rstsehenler nt; nur dass das Kind noch keinen alten Verbindungen zwischen den Thätig-keiten entgegenzuwirken hat, wie wir. Dass die gesetzmässige Verkettung der beiden Functionen auf die oben angedeutete Art zu Stande kommt, und durch Gewöhnung befestigt wird, unterliegt wohl kaum einem Zweifel, dennoch bin ich aber der Meinung, dass der fragliche Zusammenhang überdies eine organische Grundlage haben dürfte. Schon oben setzte ich einen materiellen Zusammenhang der Bewe-gungscentra der beiden Functionen voraus, um die Mitbewegungen des geschlossenen Auges begreiflich zu machen. Hier glaube ich diese Voraussetzung noch durch die Hinweisung auf die verschiedene Festigkeit des Verbandes in verschiedenen Richtungen und auf die bestimmten individuellen Grenzen, welchen man, beim Versuche den gesetz-massigen Zusammenhang zwischen Accommodation und Augenstellung willkürlich zu stören, — und selbst beim DoNDERs’schen Versuche — begegnet, stützen zu können : man müsste denn diese individuellen Grenzen und den verschiedenen Grad des Zusammenhanges in verschiedenen Richtungen, schlechthin für das Resultat der Gewöhnung erklären wollen. Wogegen man aber ein wenden könnte, dass sich die Gewöhnung offenbar nur auf ein bestimmtes Verhältniss von Accommodation und Augenstellung, und nicht auf Grenzen der Trennung dieses Zusammenhanges beziehen kann.
Abgesehen davon, könnte man weiter fragen, wie soll, vorausgesetzt der Zusammenhang beruhte auch noch auf einer materiellen Beziehung der Bewegungscentra, wie soll die durch die oben mitge-theilten Versuche bewiesene w i 1 ljk ü r 1 i c h e Trennung des Zusammenhanges möglich sein? Ganz auf dieselbe Weise wie es möglich ist, dass ein Kind, das anfangs alle Finger zu gleicher Zeit beugt und streckt, nach und nach die einzelnen Finger isolirt bewegen lernt, und in seine Gewalt bekommt.
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