﻿260 Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc.
Zusatz.
Ich habe seit der Veröffentlichung der I. Abtheilung dieser »Studien« auch einige neue iu diese Abhandlung gehörige Versuche und Beobachtungen gemacht, welche ich hier nachzutragen mir erlaube, weil dieselben, wie mir scheint, zur Aufklärung der Art jenes eigen-thtimlichen Zusammenhanges zwischen Accommodation und Augenstellung wesentlich beitragen und zur weiteren Bestätigung meiner am Schlüsse des Paragraphen über diesen Punkt ausgesprochenen Ansicht dienen dürften.
a Mit der willkürlichen Vergrösserung des Convergenz-winkels der Sehaxen ist selbst dann eine Einstellung des Accommoda-tionsapparates für die Nähe unabänderlich verknüpft, wenn die Augen bereits für einen näheren Punkt, als den Durchkreuzungspunkt der Sehaxen accommodirt sind.
Von der Richtigkeit dieser beachtenswerthen Thatsache kann man sich leicht überzeugen, wenn man den Donders’sehen Versuch mit der Papierdüte anstellt, und sich bemüht die hinter der Buchfläche sich schneidenden Sehaxen durch willkürliche Vergrösserung des Convergenzwinkels auf oder in derselben zum Durchschneiden zu bringen. In Fig. 3 Taf. 15' ist L das linke. II das rechte Auge, / und r sind ihre respectiven Drehpunkte, A B die in deutlicher Sehweite befindliche Buchfläche, und D die vor das linke Auge gehaltene Papier-dlite. Die Sehaxen schneiden sich hinter der Buchfläche in C, während die Augen für die Entfernung der Druckschrift und nicht für die Entfernung des Punktes C accommodirt sind. Es findet hier also eine ungesetzmässige Combination zwischen Accommodation und Augenstellung statt, welche nur entweder durch Veränderung des Acconnno-dationszustandes oder des Convergenzwinkels der Sehaxen corrigirt werden kann.
Wendet man das rechte Auge so weit nach innen, dass seine Seh-axe den vom linken Auge durch die Papierdiite hindurch fixirten Punkt m trifft, so sollte man erwarten, dass sich der Accommodationszustand der Augen nicht ändern werde, indem die falsche Augenstellung durch die willkürlich herbeigeführte Vergrösserung des Convergenzwinkels der Sehaxen corrigirt wird. Diese Erwartung wird jedoch wie der Versuch lehrt — vollkommen getäuscht, denn während man den Convergenzwinkel der Sehaxen vergrössert, accommodircn sich die Augen für die Nähe, so zwar, dass wenn der Durchkreuzungspunkt der Sehaxen endlich mit dem Punkte m zusammenfällt, die Accommo-