﻿Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc. 263
Zusammenhanges der Accommodations- und Augenbewegungen durchaus nicht oder nur in ungleich geringerem Grade zu erzwingen sind, — in Erscheinung treten.
J. Zu den Versuchen der ersten Reihe rechne ich :
a. die oben sub a) und b) mitgetheilten Versuche, wo das Gesichtsfeld des Einen Auges durch die feine Oeffnung in der Spitze der Papierdüte beschränkt wird, ferner
ß. die Schliessung oder blosse Bedeckung des Einen Auges, in Folge deren die Stellung der Augen bei gleichbleibendem oder wenig verändertem Accommodationszustande — selbst wenn man sich bemüht hat die richtige Stellung festzuhalten — der-maassen verändert, so zu sagen desorientirt wird, dass nach Oeffnung oder Aufdeckung des geschlossen oder bedeckt gewesenen Auges der Durchkreuzungspunkt der Sehaxen mehr oder weniger weit hinter den Accommodationspunkten, d. h. jenseits derselben, gefunden wird.
2. Zu den Versuchen der zweiten Reihe sind zu zählen :
7.. die Versuche mit concaven und convexen Brillengläsern Dox-DERS) 1 .
ß. das Stereoskopiren mit rechtseitigen und verkehrten Doppelbildern im freien Sehen2 :
■[. das Stereoskopiren durch die verschiedenen gebräuchlichen Stereoskope. Ich habe nämlich die meines Wissens bisher noch von Niemandem hervorgehobene Bemerkung gemacht, dass alle, wie immer mit Linsen, Prismen oder Spiegeln) construirten Stereoskope eine Trennung der gewöhnlichen Combinationen von Accommodations-zustand und Stellung der Augen verlangen, selbst dann, wenn das stereoskopische Bild bei einem bestimmten Convergenzwinkel der Sehaxen mit dem legitim zu diesem Winkel gehörigen Accommodationszustande gesehen werden kann, was sogleich deutlich ist, wenn man erwägt, dass die beiden Bilder des Gegenstandes ebene Zeichnungen sind, welche bei wechselndem Convergenzwinkel einen nahezu gleich bleiben den, für die Entfernung der Bildebene passenden Accommodationszustand noting machen.
Ich sagte »nahezu gleichbleibenden Accommodationszustand«, weil dies streng genommen nicht der Fall ist, wie sich aus der Betrachtung der Fig. 4 Taf. I."> ergibt, welche ein Wireatstoxe'sclies Spie-
1	Bonders: Ned. Lancet 2. Serie, 2. Jaarg., S. 150.
2	Vergl. IL Mayer: Pogg. Annal. Bd. LXXXV, Seite 1S9, und besonders auch G. Meissner a. a. 0., Seite 117.