Ijeber den Zusammenhang zwischen der Convergcnz der Angenaxen etc. 255

zerstreuten Bilde erscheint. Dies ist ein bemerkenswerther Beitrag zur
Lehre von den Doppelbildern, welche beim Sehen mit zwei Augen
entstehen.
	B 2. Bei unverrckter Convergenz der Sehaxen, fur einen j en -
s cit s des Dnrchkreuznngspunktes gelegenen Punkt des Fadens zu
aceommodiren, bin ich durchaus nicht im Stande.
	Dies Resultat entspricht ganz der unter A 2 gemachten Mittheilung,
dass ich aus frei e u S tuck en den Durchkreuzungspunkt der Seh-
axen nicht v o r den Aceommodationspunkt fallen lassen kann.
	Sobald ich fr ferner gelegene -Punkte aceommodire, stellt sieh
auch unabnderlich der entsprechende gesetzmssige Convergenz-
winkel der Angenaxen her.
	Obschon fr mich unter gewissen knstlichen Bedingungen der
Punkt, fr welchen die Augen aeeommodirt sind, j ens cit s des
Dnrehkrenzungspnnktes der Sehaxen liegen kann, so ist doch die
Trennung des Zusammenhanges der Accommodation mit der Augen-
stellung, in dieser Richtung meiner Willkr ganz ent-
zogen.
	Solche knstliche Bedingungen liefert der oben eitirte DONDERS'-
sehe Versuch mit cbnvexen Brillen. Die Sehaxen behalten beim Ver-
suche di e s e lb e Neigung gegen einander, aber der Refractionszustand
der Augen ndert sich in der Weise, dass er fr einen entfernteren
Punkt als den Durchkreuzungspunkt der Sehaxen passt, indem die die
Brennweite des Auges verkrzende Wirkung der convexen Brillen
durch die Accommodation fr die Ferne compensirt werden muss.
	Dies Verhalten scheint mir von Wichtigkeit, da sich hieraus
zweierlei folgern lsst: E r ste us, dass beim DoNDERs'schen Ver-
suche gewisse Bedingungen obwalten, welche diese Trreunnug des
Zusammenhanges derart begnstigen, dass ohne dieselben der Zu-
sammenhang in der angegebenen Richtung durch b los s e Willkr,
wie es scheint, gar nicht gelst werden kann; und z weiten s, dass
der Verband zwischen Accommodation und Augenstellung in verschie-
denen Richtungen, in verschiedenen Graden fest und innig ist.
	Ich weiss nicht ob die mitgetheilten Beobachtungen aus einer
individuellen Beschaffenheit meiner Sehorgane zu erklren sind, oder
ob sie sieh auf ein allgemein gltiges physiologisches Gesetz beziehen,
und ob ich nicht selbst, durch anhaltend fortgesetzte Uebungen, die
Trennung des Zusammenhanges der beiden Fnnctioneu auch in dieser
Richtung am Ende doch noch in meine Willkr bekommen knnte;
allein so viel steht fr mich unter allen Umstnden fest, dass der
Verband zwischen beiden Fnnetionen in der unter A2
