lieber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc. 257

rckt der Aeeommodationspnnkt des linken Auges immer weiter ab,
whrend der des rechten Auges sieh immer mehr nhert, indem sich
fr das linke Auge die Entfernung der Punkte immer mehr vergrssert
und dann ihr Maximum erreicht, wenn die Sehaxe durch den Mittel-
punkt C des Horopters geht. Nachdem die Entfernung des Accommo-
dationspnnktes ihr Maximum erreicht hat, wird sie wieder kleiner,
allein der Accommodationspnnkt steht dem rechten Auge, dem die
Punkte des Horopters von Anfang an nher gerckt sind, stets nher,
als dem linken Auge. Fr die linke Hlfte des Horopters gilt dasselbe
wie von der rechten, natrlich mutatis mutandis.
	Je kleiner der Durchmesser des Horopters ist, desto bemerklicher
erscheinen die Differenzen zwischen den Aecommodationsznstnden
der Augen, da sieh aus Nr. XVII ergeben hat, dass die Aceommoda-
tionslinien i. e. S. fr kleinere Entfernungen immer kurzer ausfallen
und daher Differenzen hervortreten lassen, welche fr grssere Ent-
fernungen spurlos verschwinden wrden.
	Die erforderliche Differenz der Aecommodationszustnde beider
Augen kann so bedeutend werden, dass es den Augen unmglich wird,
dieselben festzuhalten, z. B., wenn man dem einen Auge einen Gegen-
stand so sehr nhert, dass das andere denselben, knapp am Nasen-
rcken vorbeisehend, eben noch wahrnehmen kann. Mit grosser An-
strengung wird man unter diesen Umstnden die Entstehung eines
Doppelbildes verhindern knnen. Erzwingt man ein einfaches Bild,
dann kann man durch abwechselndes Schliessen und Oeffnen der
Augen sich berzeugen, dass nicht mehr beide Augen fr den fixirten
Gegenstand accommodirt sind.
	Aus dem eben Mitgetheilten ergibt sieh, dass es ganz normale
Verhltnisse gibt, wo fr einen bestimmten Convergenzwinkel das eine
Auge fr einen entfernteren, das andere fr einen nher gelegenen
Punkt accommodirt ist, als wenn die Augen unter demselben Winkel
in einem in der Medianlinic gelegenen Punkt eonvergiren und einen
gleichen Refractionsznstand angenommen haben, und ferner, dass der
Verband der beiden Funetionen gewisse natrliche Grenzen hat,
hnlich wie die Beweglichkeit der Gelenke in gewissen Richtungen
limitirt ist. Demnach mssen wir die Formnlirung des behandelten
physiologischen Gesetzes etwa folgendermassen ndern, um allen Ver-
hltnissen Rechnung zu tragen.
	Wo ein deutliches Sehen mit beiden Augen mglich
ist, entsprechen die Refractionszustnde der Augen
immer der relativen Entfernung des Dnrchkrenznngs-
punktes der Sehaxen, so zwar, dass jede Vernderung
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