248 lIeber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc.

nicht um d e ut Ii eh e s S eh en handelte, dann knnte man RUE1FE'S
Angabe schon gelten lassen, indem das L es en auch bei unvollkom-
mener Accommodation mglich ist. -
	Die Doppelreihe von Versuchen, welche ich hier folgen lasse, um-
fasst alle mglichen Flle der Trennung, des Zusammenhanges der
beiden Functionen, und erschpft von dieser Seite somit den Gegen-
stand. Die erste Reihe (A) bezieht sich auf die Flle, ob und in w
weit bei festgehaltener Accommodation die Sehaxen vor
oder hinter den Accommodationspunkt zur Durchkreuzung zu bringen
sind, whrend die zweite Reihe (B) die Flle behandelt, wo bei un-
verrckter Augenstellung 'der Accommodationspunkt vor oder
hinter den Durchkreuzungspunkt der Sehaxen fallen soll.
	Ich habe die Augen unter keine knstlichen Bedingungen ge-
bracht, wie z. B. DONDERS, sondern alle Resultate durch blosse will-
krliche Anstrengung erzielt.
	A. 1. Halte ich ein aufgeschlagenes Buch in der deutlichen Sch-
weite vor mich hin, so gelingt es mir, durch eine willkrliche An-
strengung der Augenmuske-in, den Durchkreuzungspunkt der Sehaxen
in verschiedene Entfernung hinter die Buchflache fallen zu lassen,
whrend doch beide Augen fr den Abstand des Buches accommodirt
bleiben. Bei myopischen Individuen findet dieses Verhilitniss der
Accommodation zur Augenstellung immer Statt, wenn sie entfernte
Objecte fixiren. Dabei erscheint die Druckschrift natrlich im Doppel-
bilde. Je weiter hinter das Buch der Kreuzungspunkt der Sehaxen
fllt, desto weiter treten auch die Doppelbilder auseinander.
	Der Abstand der Doppelbilder ist gleich dem Abstande der beiden
Punkte, wo die Sehaxen die Buchflache schneiden, und zeigt also an,
um wie viel das eine Auge nach aussen gedreht worden sei, wenn das
andere unverrtickt geblieben ist.
	Die Fig. 7 auf Taf. 12 erlutert den ganzen Vorgang. Es sei A C
die Buchflache, L das linke, R das rechte Auge; in ein Buchstabe,
welcher zuerst von beiden Augen fixirt wird, und daher einfach und
deutlich erscheint.
	Wird nun das Auge R nach aussen gedreht, so dass die Verlange-
rung seiner Axe den Punkt n trifft, whrend das Auge L seine Stellung
beibehlt, so ist dann o der Durchkreuzungspunkt der Sehaxen, und
' der Convergenzwinkel, welcher kleiner ist, als der frhere
Winkel a.
	Der Buchstabe m muss nun im Doppelbilde erscheinen, und zwar
steht m', das zweite Bild von m, eben so weit von m auf der linken
Seite ab, als der Punkt n von in auf der rechten Seite entfernt ist, in-
