﻿Zur Lehre v. d. Doppelbildern, die beim Sehen m. beid. Augen entstellen. 273
sehen den Augen errichtet, die beiden Bilder A und 1i' ganz wegfallen, und die Verschmelzung der beiden Hälften zu einem Bilde noch besser in die Augen springt.
Zusatz.
a) In dem vorliegenden Paragraphen habe ich alle möglichen Ilanptrichtungcn, in welchen gesehene Objecte zu Doppelbildern auseinander treten können, angegeben und an einem Versuche erörtert.
G. Meissner1) hat diesen Versuch, im Zusammenhänge mit seinen vortrefflichen Untersuchungen über den Horopter, gleichfalls, jedoch nicht vollständig behandelt. Den wesentlichen Punkt meiner Mittheilung, welchen Meissner unberücksichtigt Hess, bringe ich hier noch einmal zur Sprache; nämlich: j en es Auseinandertreten der Doppelbilder in vcrticalcrRichtu n g, welches sich » einfach durch die Drehung eines Auges nach oben« »oder nach unten« — also durch Augenbewegungen erklärt, welche die Schaxen in verschiedene Ebenen auseinander stellen und ihre Intersection auf heben.
Ich habe diese neue Thatsache a. a. 0. mit so geringer Ausführlichkeit behandelt, dass sehr leicht Zweifel an der Richtigkeit meiner Angabe entstehen können. Da ich überdies die Umstände, welche gewöhnlich und auch in dem mitgethcilten Versuche zum grossen Tlicil ein scheinbares verticales Auseinandertreten der Doppelbilder bedingen, gar nicht erwähnt habe, so liegt vielleicht für Manche der Verdacht nahe, icli hätte mir eine Verwechslung zu Schulden kommen lassen und es sei Nichts mit meiner Beobachtung, indem dieselbe auf andere Weise, als durch jene bisher bezweifelten Augen-bewegungen erklärt werden müsse.
Um solchen Missverständnissen vorzubeugen und das von mir behauptete Vorkommen jener Augenbewegungen überzeugend festzu-stcllcn, lasse ich hier eine etwas ausführlichere Auseinandersetzung des Gegenstandes folgen.
Die Entstehung der Doppelbilder überhaupt beruht bekanntlich darauf, dass die Bilder eines Gegenstandes nicht auf identische Punkte der Netzhäute fallen. Die Richtung, in welcher die scheinbare Verdoppelung des Gegenstandes stattfindet, hängt von der relativen Rage der beiden Netzhautbildchen ab. Solcher Hauptrichtungen gibt cs, wie ich gezeigt habe, drei und man könnte hiernach die Doppelbilder in verticale, horizontale und geneigte oder
1 A. a. 0., S. 75, §. Ki.
Czermak, Schriften.
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