﻿274 Zur Lehre v. <1. Doppelbildern, die beim Sehen m. beid. Augen entstellen.
gedrehte eintheilen — der möglichen Combinationen nicht zu gedenken.
Ein Auseinandertreten der Doppelbilder in vertiealer Richtung wird ganz allgemein dann stattlindcn, wenn das eine Bild unter, das andere über einem Nctzhautpunkte, welcher für beide Netzhäute identisch ist, auffällt. Dieses Lagcrungsvcrhältniss der Netzhautbilder tritt nun unter verschiedenen Umständen ein.
«) Wenn die Augenaxen weder parallel stehen, noch 45° gegen den Horizont geneigt sind, so findet, nach Mhissnisu'), auf dessen Arbeit ich wegen des Details verweise, in Folge der Neigung der »Trennungslinien« gegen einander, für die Bilder von einem neben dem fixirten gelegenen Funkte, stets ein solches Lagcrungsvcrhältniss auf den Netzhäuten statt, dass ein Ucbercinaudcrtrctcn der Bilder in rein vertiealer oder schräger Richtung erfolgen muss. Die über einander verschobenen Doppelbilder werden unter diesen Umständen Beide indirect gesehen.
ß) Wenn man den Kopf nach der Beite neigt, so müssen sich die rechtscitigcn oder verkehrten Doppelbilder eines Gegenstandes in vertiealer Richtung über einander verschieben, und zwar werden rechtseitige Bilder sich zu heben, verkehrte hingegen sich zu senken scheinen, wenn das eine Auge, welchem die Bilder angehören, durch Neigung des Kopfes über die Horizontale gehoben wird, während das andere Auge in seiner ursprünglichen Höhe erhalten oder unter die Horizontale gesenkt wird, und vice versa.
Eines der unter diesen Umständen entstandenen vertiealen Doppelbilder kann direct gesehen werden, ja weiui die Bilder eine incluais punktförmige Ausdehnung haben, können beide auf die Axenpunüte der Netzhäute fallen — freilich mit verschiedenen Theilcn, da sie sonst zu Einem Bilde verschmelzen müssten.
y) Steht die die beiden Axenpunkte der Netzhäute verbindende Linie in Folge der Drehung eines Auges nach auf- oder abwärts, oder in Folge einer gleichzeitigen Wirkung der Aufwärtsrollcr, an dem einen, der Abwärtsroller an dem anderen Auge nicht in Einer Ebene mit der horizontal gestellten »Sehbasc« (Tourtijat.) , so sind die Bedingungen für verticale Doppelbilder gesetzt. Es ist aber die Frage, oh solche Augenbewegungen möglich sind.
»Die Bewegungen der Augäpfel« sagt Tourtuai/i 2 . »sind durch
«
i A. a. O., S. 50, §. 33.
* A. a. 0., S. 0.