﻿Zur Lehre von den Doppelbildern, die beim Sehen mit beiden Augen entstehen
(sammt Zusatz).
[Wiener akademische Sitzungsberichte 1834 und 1833 (Physiologische Studien .] .'Hierzu Fig. 11, 12 u. 13 aufTaf. 13, .
Hält man eine Druckschrift parallel zur Gesichtsfläche nahe vor die Augen, und schiebt die flache Hand so zwischen Buch und Gesicht, dass sich der Radialrand der Hand an Stirne und Nasenrücken, legt, der Ulnarrand aber das Papier berührt, und auf diese Art beide Àugen durch eine Scheidewand gänzlich getrennt werden, so tritt sehr leicht das oben, S. 24S erörterte Verhältuiss ein, dass die Augen für die Buchfläche accommodirt bleiben, während der Durchkreuzuugs-puukt der Sehaxen hinter dieselbe fällt. Damit ist aber nothwendig auch die Entstehung von Doppelbildern gesetzt. In der That scheint sich das Bild, welches dem rechten Auge gehört, über das, dem linken Auge gehörige, in horizontaler Richtung von rechts nach links herüber zu schieben. während das Bild des linken Auges die entgegengesetzte Bewegung auszuführen scheint.
Abgesehen von dieser Art der Doppelbilder, welche wir bereits oben betrachtet haben, kommen unter den angegebenen Bedingungen leicht noch andere Doppelbilder zum Vorschein, da die Augen so zu sagen desorientirt sind.
Dort wo der Ulnarrand der Hand die Zeilen der Druckschrift berührt. erscheinen sie wie zerbrochen, und häufig an einander in verti-caler Richtung verschoben, so dass die Fortsetzung der links gelegenen Zeilenhälfte auf der rechten »Seite nicht in derselben Linie fortgeht, sondern um einen halben Zeilenabstand nach oben oder nach unten gerückt erscheint. Die Zeilenhälften der einen »Seite entsprechen dann den Zcilenzwischenräumen der andern Seite, und umgekehrt. Diese