﻿272 Zur Lehre v. <1. Doppelbildern, die beim Sehen m. beid. Augen entstehen.
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cinandertretens der Bilder, nämlich die verticale und horizontale der Fall.
Das Auseinandertreten der Doppelbilder in der zuletzt erörterten Richtung kann jedoch ohne eine solche die Augen trennende Scheidewand nicht leicht zustande gebracht werden. Es scheint, dass die hierzu nothwendige entgegengesetzte Drehung der Augen um die optische Axe durch eine Anstrengung der schiefen Augenmuskeln compensirt wird, wenn beide Augen frei denselben Gegenstand betrachten , indem dann die schon ölten erörterte Tendenz einfach und deutlich zu sehen, als ein wirksames, die Bewegungen der Augen regulirendes Moment auftritt.
Die Doppelbilder lassen sich nach verschiedenen Eintheilungs-gründen in verschiedene Gruppen bringen, z. B. nach den obwaltenden Accommodationsverhältnissen; nach den Retinastellen, auf welche sicli die Bilder projiciren, endlich auch nach den verschiedenen Richtungen, in welchen die Doppelbilder auscinandertreten.
Im Vorliegenden haben wir alle nur irgend mögliche
tungen, in welche die Doppelbilder sich über einander verschieben können, angegeben und erörtert.
Schliesslich erwähne ich noch, dass man Zeichnungen entwerfen kann, welche zerstreute Stücke eines Bildes darstellen, und durch die besondere Stellung der Augen zu einem Bilde vereinigt werden.
So gut man nämlich von einem Gegenstände zwei Bilder erhalten kann, eben so gut kann man bei passender Anordnung aus zwei Bildern Eines hervorbringen. Dies gilt für jede Richtung des Auscin-andertretens der Doppelbilder. Zerschneidet man eine beliebige Zeichnung in zwei Hälften, und legt dieselben durch einen Zwischenraum von Ya bis 1 Wiener Zoll getrennt, neben einander, und betrachtet sie so, dass die Augen für ihre Entfernung accommodirt bleiben, während die Augenaxeu hinter denselben zur Durchkreuzung kommen — also unter den Bedingungen des oben S. 24S unter A I mitgetheiltcn Versuches — so wird man leicht die Stellung der Augen finden, wo sich die Hälften der Zeichnung folgendermassen gruppircu. Siehe Taf. 13, Fig. 13 . Es entstehen im Ganzen vier Bilder der aufgelegten zwei Hälften der zerschnittenen Zeichnung.
Die Bilder A' und B' gehören dem rechten, die Bilder A und B dem linken Auge. Die Bilder A und B' setzen ein vollständiges Bild zusammen.
Dieses Beispiel mag für alle anderen Fälle genügen; nur mag noch bemerkt werden, dass, wenn man diese und ähnliche Zeichnungen betrachtet, während man eine trennende Scheidewand zwi-