﻿276 Zur Lehre v. <1. Doppelbildern, die beim Sollen in. beid. Augen entstehen.
3. Ich betrachte Objecte, welche von der Medianlinie (Mittelaxe, Touhtual) so weit seitlich entfernt sind, dass sie dem einen Ange beträchtlich näher stehen, als dem anderen1).
Unter allen diesen Umständen habe ich verticale Doppelbilder entstehen sehen, welche einem Zerfallen der Axeuebcne ihren Ursprung verdanken. Ich erkannte und erschloss dies mit Sicherheit daraus 1 ) dass die Libelle, die an meinem Kopfe befestigt war, nicht die geringste Schwankung, während der Entstehung und Beobachtung der Doppelbilder zeigte und 2) dass die Object-Punkte, welche in die Verlängerung der Seliaxen fielen und daher auf den Axcnpunkten der Netzhäute sich abbildeten, nicht in einer horizontalen Linie lagen, sondern dass die diese Punkte des Objectes verbindende Gerade, nach einer oder der anderen Richtung gegen den Horizont geneigt war oder selbst vertical stand.
Adl. Obschon Touktual2) Hell’s Behauptung einer stattfindenden Bewegung des Augapfels während des Lidschlagcs bestätigt und näher bestimmt hat, so ist cs ihm doch entgangen, dass diese Bewegungen zum Theil solcher Art sind, wie er sic in der sub y citirten Stelle aus dem Jahre 1842 geleugnet hat.
Das Bild des geschlossenen Auges finde ich nach meinen Beobachtungen bei der Oeffuung desselben in dreifach er Richtung gegen das Bild des während des ganzen Versuches offen gehaltenen Auges verschoben; experimentire ich mit dem linken Auge, so erscheint das Bild nach rechts und nach unten geneigt oder gedreht. Demgemäss hat sich also das linke Auge während des Lidschlages nach aussen (links) und nach oben gewendet und zugleich etwas um die optische Axe in der Richtung von aussen (links) und unten nach innen und oben gedreht. Dasselbe gilt mututis mutandis für das rechte Auge.
Ad 2. Während ich die Convergenz der Augenaxcn in den Parallelismus und diesen in die Divergenz Übergehen lasse, treten die verkehrten Doppelbilder, in welchen das horizontal gestellte Object erscheint, immer weiter und weiter aus einander und erleiden dabei zugleich eine mehr oder weniger auffallende verticale Verschiebung. Für eine Entfernung des Objectes von 3 Fuss mochte diese Verschiebung oft bis etwa 6 Wiener Linien betragen. Werden die Zeilen einer Druckschrift als horizontal gestelltes Object verwendet, so kann man sich sehr leicht Überzeugen, dass unter diesen Umständen die Axenebeue
i Vcrgl. Nr. XIX.
Müllers Archiv 1S:is, S. :s2(>.