﻿Ueber die unempfindliche Stelle der Retina im menschlichen Auge.
sein muss, sonst verschwindet der schwarze Punkt gar nicht, weil er von d gesehen wird.
Diese Versuche gelingen nicht zu allen Tageszeiten gleich gut. Des Morgens gleich nach dem Aufstehen ist die Retina hei Vielen am empfindlichsten gegen diese Art der Reizung. Es giebt auch Individuen, denen diese Versuche gar nicht gelingen wollen. Anderen gelingen sic wieder nur dann, wenn sie die Augen nach einer bestimmten Seite drehen. Bei Bewegung der Augen in anderen Richtungen treten die Erscheinungen sehr mangelhaft oder gar nicht ein.
Hier sclilicssen sich die Erscheinungen an, welche die galvanische Reizung der Retina hervorbringt, indem die Eintrittsstelle des Sehnerven durch den elektrischen Strom auf cigcnth Um liehe Art sichtbar gemacht wird. Ich lasse hier die Worte Purkink’s folgen, welcher die »galvanische Lichtfigur« zuerst zum Gegenstand einer umfassenderen und gründlicheren Untersuchung gemacht hat ').
»Brachte ich den Leiter des Kupferpols in den Mund, und berührte mit dem Leiter des Zinkpols den Augenapfel, so erschien in dem früher finstern Gesichtsfelde an der mir sonst wohlbekannten Eintrittsstelle des Sehnerven eine hellviolette lichte Scheibe ; im Axenpunkte des Auges war ein rautenförmiger dunkler Fleck, mit einem rautenförmigen gelblichen Lichtbande umgeben, darauf folgte ein gleiches finsteres Intervall und noch ein etwas schwächer leuchtendes gelbliches Rautenband; die äussorste Peripherie des Gesichtsfeldes aber deckte ein schwacher, licbtviolctter Schein, der, wie man das Auge rollte, abwechselnd an einzelnen Stellen heller wurde. Somit zeigte sicli hier der Gegensatz des Sauren und Alkalischen, des Zink- und Kupferpols als Peripherisches und Centrales, als Nerveneintritt und Axen-punkt. Hob ich die Berührung auf, so kehrten sich die Farben um. Wechselte ich die Pole, brachte ich den Kupferpol ins Auge, den Zinkpol in den Mund, so kehrten sich die Farben so wie auch die Lichtend Schattenpartien um. Am Eintrittsortc des Sehnerven war ein kreisrunder finsterer Fleck mit einem hellvioletten Scheine umgeben, der als ein hellviolettes Rautenband gegen die Mitte des Gesichtsfeldes auf- und niederstieg, und sich mit zwei convergirendcn Schenkeln auf der entgegengesetzten Seite schloss ; diesem nach innen war ein finsteres Intervall und im Axenpunkte des Sehfeldes eine glänzende hellviolette Rautenflächc «.
Man ersieht hieraus, dass die Eintrittsstelle des Sehnerven je nach
1 Neue Beiträge zur Keimtniss des Sehens in sulijectiver Hinsicht von Johann Pukkine. Berlin 1S25, bei G. Reimer, S. J5.