﻿Ucbcr die unempfindliche Stelle der Retina im menschlichen Auge. 2S1
Thiitigkeit befindet? — Noch auffallender ist folgendes Ergebniss. Man stelle eine Scheidewand zwischen beiden Augen auf, so dass das Gesichtsfeld in zwei Tlicile getheilt wird, deren jeder nur von einem Auge übersehen wird.
Nun beleuchte man die linke Hälfte des Gesichtsfeldes sehr grell, während die rechte Hälfte in möglichst vollständiger Finsterniss erhalten wird. Man erhält dieselben Bedingungen, wenn man ein Auge schliesst und bedeckt, das andere aber auf eine hell erleuchtete Fläche richtet.
Man sollte unter solchen .Verhältnissen erwarten, dass die blinde Bücke des rechten Auges, welches im Dunkel ist, daher im Minimum seiner Thätigkeit sich befindet, mit der Empfindung des lebhaft erregten Punktes a gefüllt werden würde, so dass im dunklen Gesichtsfelde des rechten Auges an der Stelle A eine helle Scheibe erschiene.
Nichts desto weniger lehrt aber das Experiment, dass das rechte Auge eine gleichmässig dunkle Fläche sieht, dass trotz des in r weniger als in a lebhaften physiologischen Processes dennoch das durch r ausgelöstc dunkle Phantasma die durch a vermittelte Empfindung verdrängt.
Die Untersuchungen über den MAiuoTTH’schen Fleck sind, wie man hieraus ersieht, noch lange nicht geschlossen und jede Vervollständigung des Inventars der Thatsachen muss willkommen sein. Deshalb erlaube ich mir noch folgende Mittheilungen zu machen, welche einen, von den oben citirten Autoren gänzlich übersehenen Weg weisen, auf welchem die vorliegende Frage, die von allen Seiten untersucht werden muss, in Angriff genommen werden kann.
Dieser Weg, in anderer Beziehung bereits mit grossem Erfolg betreten, führt durch die Sphäre des sogenannten subj ectiven Sehens.
1. Zunächst erinnere ich.an die Erscheinung, welche man im Finstern beobachtet, wenn man die Augen sehr kräftig und plötzlich auf die Seite wendet. Man sicht dann bekanntlich zwei mehr oder weniger helle feurige Kreise oder Halbkreise, deren Ort der unmittelbaren Umgebung der Eintrittsstellen der beiden Sehnerven entspricht. Die Erklärung der Entstehung dieser feurigen Hinge kann, wie mir scheint, nur in einer durch die Drehung des Auges gesetzten Zerrung der die Eintrittsstelle der Sehnerven umgebenden empfindlichen Hegion der Hctina gefunden werden. Schon die frappante Aehnlichkcit dieser feurigen Hinge mit den von Serke d’UzÈs ') genau untersuchten Phosphenen deutet auf ihren mechanischen Ursprung. Bemerkcns-
1 Essai sur les Phosphèues etc. Paris 1S53. Vic. Masson.