﻿lieber die unempfindliche Stelle der Retina im menschlichen Auge. 285
Opticus abhiingen, welche bei den bekannten topographisch-anatomischen Verhältnissen dieses Nerven in der Augenhöhle, je nach der Richtung und Grösse der forcirteu Drehung des Auges verschieden sein müssen. Wendet man z. B. beide Augen stark nach einer Seite, wobei sich das eine Auge nach innen, das andere nach aussen drehen muss, so wird man bei aufmerksamer Beobachtung finden, dass weder die Gestalt noch die Grösse, noch auch die Färbung und die Intensität der beiden an den Eintrittsstellen der Sehnerven wahrnehmbaren Lichtphänomene vollkommen gleich sind. Wenn man den Versuch bei geschlossenen Augenlidern im Sonnenlichte oder nahe vor der Milchglas-Glocke einer intensiv leuchtenden Lampe ausführt, dann bemerkt man leicht, dass das subjective Licht-phänomen in dem nach innen gewendeten Auge schon bei einer wenig forcirt.cn Seitendrehung der Augen in Form eines Punktes auftritt, der nach innen an Ausbreitung zunehmend, bis zu einer rundlichen, gleicli-mässig blaugcfarbtcn Fläche sich ausdehnt ; während cs für das nach aussen gewendete Auge einer weit forcir ter en Seitendrehung bedarf, um in der Gegend der Eintrittsstelle des Opticus die subjective Farbenerscheinung, welche sich hier als ein weisslich, blau und heller röthlich-orange gesprenkelter, unregelmässiger Fleck von geringerer Grösse als im anderen Auge darstellt, hervorzurufen.
Ich begnüge mich hier im Allgemeinen auf die Unterschiede der beiden Lichtphänomene hingewiesen zu haben, und verzichte auf eine detaillirtc vergleichende Beschreibung derselben, weil icli das Phänomen in dem nach aussen gewendeten Auge zu verschiedenen Zeiten und bei verschiedenem Grade der Drehung allzu wechselnd in Zeichnung und Färbung fand.	,
Lässt man mit der forcirteu Drehung der Augen plötzlich nach, so erscheinen an der Stelle der beobachteten, hellere röthlich-orange gefärbte Flecke, gleichsam subjective Blendungsbilder, welche nach einigen Augenblicken wieder verschwinden : in dem nach aussen gedrehten Auge erscheint das Blendungsbild gewöhnlich von aussen her durch einen glänzenden halbmondförmigen Strich eingefasst.
b Stellt man den Versuch in der Dunkelheit an, so treten statt der eben beschriebenen farbigen Flecken bekanntlich feurige Halbkreise und Kreise hervor. Nach Purkynb’s Beobachtung bestehen diese Halbkreise häufig ans mehreren conccntrischcn, durch dunkle Zwischenräume getrennten Lichtstreifen. Ihre Concavität. ist nach derselben Seite gekehrt, nach welcher die beiden Augen gewendet werden.
Schliessen sich bei foreirtcr Drehung die feurigen Halbkreise zu ganzen Kreisen oder Ringen, so ist die neu hinzu gekommene