﻿280 Ucbcr die unempfindliche Stelle der Retina im mcnsc,büchen Auge.
Hälfte gewöhnlich lichtschwächer als die ursprüngliche, in welcher häufig, namentlich in dem nach aussen gewendeten Ange, sein- glänzende Lichtfunken aufsprühen.
»Sehr auffallend und vorläufig unerklärlich ist der Umstand', dass die beiden Lichterscheinungen im Dunkeln fast ganz gleich aus-selien, während sic doch hei erleuchtetem Gesichtsfelde (s. oben sub a) so wesentliche Unterschiede zeigen. Hiermit hängt noch die andere »Schwierigkeit zusammen, wie man es zu erklären habe, dass die fraglichen Erscheinungen bei erleuchtetem Gesichtsfelde eine flächen«-förmige, in der Dunkelheit aber eine ringförmige Ausdehnung haben, da doch die mechanische Reizung der optischen Nervcn-Elcmcntc in beiden Fällen ganz dieselbe ist. Wie der Mangel des objectivai Lichtes in dem einen, das Vorhandensein desselben in dem anderen Falle eine solche Verschiedenheit der Erscheinungen bedingen kann, dürfte für jetzt völlig unbegreiflich bleiben, da sich die beiden Formen der Ersch einungen nicht etwa wie positive und negative Photographien zu einander verhalten. Für jetzt wage ich nur die Vcrmuthung zu äussern, dass die optischen Ncrven-Elcmentc durch die Zerrung des »Sehnerven wohl in verschiedene Reizzustände versetzt werden mögen, welche in der Dunkelheit nur einfache und gleichartige Lichtempfindungen auslüsen, welche aber die Verschiedenheit der Reizung erst qualitativ zu offenbaren und die Mamotte'scIic blinde Lücke mit einem Phantasma zu füllen im Stande sind, wenn sie mit der Erregung durch objectives Licht com bi ui rt sind.
c; »Stellt man den Versuch vor einer nicht allzu grell beleuchteten weissen Wand an, so erscheint in dem nach innen gedrehten Auge ein dunkler ins Grüne stechender rundlicher Fleck, in dem nach aussen gedrehten Auge aber ein Fleck von röthlichcr Farbe, der nach innen und etwas nach unten von einem dunklen ins Grüne ziehenden kleineren Fleck, der bei forcirtcrcr Augendrehung eine halbmondförmige Gestalt annimmt, begrenzt wird. Dieser Halbmond scheint dem feucrigen Halbkreise im finstern Gesichtsfelde zu entsprechen.
d Was die »galvanische Lichtfigur« und die wichtigen Fragen betrifft, welche ich an diese Erscheinung knüpfte, so habe ich cs meiner Augen wegen leider noch immer verschieben müssen, weitere und entscheidende Versuche anzustcllcn. Ich bedaure daher um so mehr, dass es Herrn Ruetk1) nicht gefallen hat, die Untersuchung
1 Bildliche Darstellung der Krankheiten des menschlichen Auges. 1. u. 2. Lieferung. Leipzig 1851, S. 01, Tal'. VllI, Tig. 10 und 11.