﻿Eine Modification des Sclieincr’sclien Versuches.
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Damals scliol) ich diese auffallende Erscheinung auf die Unreinheit der Farben im Glase und vermuthete, dass mit reinen Speetrum-farben Resultate zu erhalten wären, welche der gewöhnlichen Farbenlehre besser entsprechen sollten. Um Spectrum-Farben zum Versuche anwenden zu können, hatte ich mir vorgenommen, zwei kleine um eine horizontale Axc drehbare Glasprismen vor die Oeffmmgen des Karten-blattcs anzubringen, und durch die verschiedene Stellung der Prismen verschiedene Farben durch die Oeffnung des Kartenblattes fallen zu lassen.
Seither hat bekanntlich Htoi.Hiroi/rz (Müll. Arch. 1852) seine neue Theorie der zusammengesetzten Farben entwickelt, und die auffallendste, meiner Erfahrungen, dass nämlich Gelb und Blau weisslieh Grau und durchaus nicht Grün gab, zu einer allgemein gültigen Tliat-saelic erhoben.
Bedeckte ich bloss eine Oclfnung des SciiKiNEit’schcn Doppelloches mit einem farbigen Glase, so erschien mir der dem unbedeckten Loche entsprechende Zerstreuungskreis mit einem zarten Hauche der complementärcn Farbe des Glases überflogen. Betrachte ich eine Nadel durch ein so vorbereitetes Doppelloch , so erscheint mir ein farbiges Doppelbild derselben und zwar ist das eine Bild von der Farbe des Glases, das andere com p 1 em entä r gefärbt.
Das Belegen der Oeffmmgen des Sciikixku'sehen Do])pelloches mit farbigen Gläsern hat, abgesehen von diesen Beobachtungen der Farbenmischung in einem Auge, noch einen anderen Vortheil, und dieser betrifft die Demonstration des Scheinlon’scben Versuches selbst. Betrachtet man nämlich eine Nadel, «lie man gegen das Licht hält, durch das farbige“Doppclloch, so erscheint im lnterferenzfeld auch ein farbiges Doppelbild der Nadel und zwar hat das eine der Doppelbilder die Farbe des vor der rechten, das andere die Farbe des vor der linken Oeffnung befestigten Glases. Das Doppelbild, welches der rechts gelegenen Oeffnung seine Entstehung verdankt, erscheint in der Farbe des Glases, das vor der links gelegenen Oe 11 -nnng angebracht ist, und umgekehrt, indem die gegen das Licht betrachtete Nadel zwei .Schattenkegel durch die farbigen Oeffmmgen in das Auge wirft, welche, wenn sic im lnterferenzfeld auf der Retina projicirt werden, und die Farbe ihrer Oeffnung daselbst auf lieben, in der Farbe der andern Oeffnung erscheinen müssen. Man ersieht hieraus wie sich unter diesen Umständen ans der Farbe des Doppelbildes unmittelbar bestimmen lässt, welcher Oeffnung cs angehört..
In gewisser Entfernung erscheint die Nadel bekanntlich einfach
Czcrinak, Schriften.	19