﻿Eine Modification des Sclieincr’schen Versuches.
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liegen kommt, dass jedes Loch von einem anderen farbigen Gläschen verlegt wird. Hält man den Apparat knapp vor ein Auge und blickt nach dem glciehniiissig unnvölkten Himmel, so sicht man zwei gefärbte Kreise, welche in der Mitte über einander greifen und in diesem »Iuterferenzfelde« eine eigcnthümlichc Mischfarbe erzeugen.
Man kann leicht durch Drehen der die farbigen Gläschen tragenden Scheiben alle möglichen Combinationen der verschiedenen Farben einstellen, so dass dieser Apparat sehr gut zur Untersuchung der Farbenmischung in einem Auge und subjectiver Farbenerscheinungen u. s. w. gebraucht werden kann. •
b) Stellt man den Apparat so ein, dass das eine Loch über die Hoffnung 1, 2, 3, 4, 5 oder ö, das andere hingegen über die Oeffnung o zu liegen kommt, so fällt durch das erstere farbiges, durch das letztere weisses Licht ins Auge. Das Intcrfcrenzfeld wird dann von weissem und farbigem Lichte zu gleicher Zeit bestrahlt. Unter diesen Umständen erscheinen die Nctzhautstellen, welche nur von weissem Lichte getroffen werden, wie ich bereits mitgetheilt habe, nicht rein weiss, sondern complcmcntär gefärbt zu der Farbe des angewendeten Glases, vgl. Fig. 9 (Taf. 1(5). Daher ist sowohl die ganze kreisförmige Fläche, welche dem das weisse Licht durchlassenden Löchelchen entspricht, bis auf das Intcrfcrenzfeld, das mit einem Hauch der Farbe des angewendeten Gläschens überzogen ist, complcmcntär dazu gefärbt, als auch jede Stelle des Interferenzfeldes, an welcher ein durch das gefärbte Löchelchen einfallcnder Schatten die gefärbten Strahlen eliminirt und die weissen allein Zurückbleiben.
Das letztere findet statt, wenn man eine Nadel, welche sich diesseits oder jenseits des Accommodationspunktes befindet, gegen einen hellen Hintergrund^ am besten gegen den umwölkten Himmel gehalten, betrachtet. Die Nadel wirft dann durch jedes Löchelchen ein Schattenbild auf das Intcrfcrenzfeld. Das eine Schattenbild hebt die farbigen, dass andere die weissen Strahlen an den getrödenen Netzhautstellen auf, welche daher im ersten Falle nur durch die weissen, im zweiten nur durch die farbigen Strahlen erregt werden, so dass das eine Bild der Nadel in der Farbe des angewendeten Gläs-chens, das andere hingegen complcmcntär gefärbt erscheint.
Diese subjectiv auftretenden complementären Färbungen finden durch das Princip des Contrastes ihre ungezwungene Erklärung, welche Brücke ') mit gewohnter Klarheit folgcndermasscn ausgeführt hat :
1 Brücke : »Untersuchungen über subjective Farben«. Denkschr. <1. msith.-naturw. Classe ü. kais. Akad. d. Miss, in Wien. I3d. III, lsöl.
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