﻿Eine Modification des Soheiucr sehen Versuches.
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halb unmittelbar disponirt, das reine Weiss oder das neutrale («rau, fiir eomplcmentär gefärbt zu halten, ja wenn die Verschiebung unserer Vorstellung von Weiss bedeutend ist, so kann uns sogar ein gefärbter Gegenstand in der zu seiner wahren Farbe complemcntärcn erscheinen. Denke Ich mir z. 15. ich sehe durch ein rein grünes Glas und die Energie des Eindruckes dieser Farbe sei schon so gesunken, dass icli gemischtes Licht mit einem beträchtlichen Uebersehuss von Grün schon für weiss erklären würde, so müsste ich offenbar ein anderes gemischtes Lieht, in dem ein geringerer Uebersehuss von Grün vorhanden wäre, schon für rotli erklären, obgleich ich im Normalzustände meiner Empfindungen keinen Augenblick angestanden haben würde, es grün zu nennen. Auf diese Weise glaube ich, erklären sich am ungezwungensten die oben tingeführten Beobachtungen.«
Beiläufig erlaube ich mir hier darauf aufmerksam zu machen, dass Biiücku durch die citirtc Auseinandersetzung eine höchst interessante Analogie zwischen den Gesichtsempfindungen und den Wärmc-und Kälteempfindungen, welche, wie E. 11. Wkiikii gezeigt hat, ebenfalls nach einem subjcctivcn, veränderlichen Maassstabe bcurtlieilt werden, aufgedeckt hat. Je nachdem der Nullpunkt unseres subjcctivcn Thermometers in der einen oder der anderen Lichtung verschoben ist, erklären wir bekanntlich eine und dieselbe objective Temperatur bald für warm, bald für kalt u. s. w. Ich möchte behaupten, dass man unter den Thätigkeitserselicinungen der übrigen Sinne ebenfalls analoge Verhältnisse finden würde, wenn man unter den Geruchs-, Geschmacks- und Gehörs-Empfindungen solche subjective Gegensätze oder Complcmente, wie unter den Empfindungen des Temperatur- und Gesichtssinnes entdecken könnte. Für das Gehör findet sich im Leiche der musikalischen Töne nichts destoweniger, wie ich glaube, eine entfernte Analogie.
Es ist nämlich bekannt genug, dass derselbe Ton, derselbe Accord bald einen angenehmen, harmonischen, bald einen unangenehmen disharmonischen Eindruck macht. Spielt oder singt man z. B. die G-ditr Tonleiter, so ist man genöthigt die siebente Stufe von /'auf fis zu erhöhen, weil unserem Gehör die Tonfolge efy in der diatonischen G-dur Tonleiter widerstrebt. Dieselbe Tonfolgc efy befriedigt uns aber vollständig, wenn wir die Tonleiter statt mit G mit G beginnen, ja, nachdem wir die C-dur Tonleiter gespielt oder gesungen haben, können wir auch die Octave von G bis # hören lassen und/' statt fis intoniren, ohne dass unser Gehör den geringsten Anstoss daran nimmt. Die musikalische Geltung eines 'Fönes oder Accordes wird eben nach dem Grundton oder der Touica bcurtlieilt, desshalb ändert