﻿XXII.
Eine Modification des Scheiner’sehen Versuches
(sammt Zusatz).
/ Wiener akademische Sitzungsberichte 1854 u. 1855 (Physiologische Studien'.] (Hierzu Fig. 14 u. 15 auf Tal’. 13 und Fig. S u. !) auf Taf. U>).
Schon im Jahre 1847 halte ich den Scmcmm’sehen Versuch, welcher in der physiologischen Optik so häufig zur Anwendung kommt, auch zur Beobachtung der Farbenmischung in einem Auge eingerichtet und benutzt.
Ich befestigte nämlich vor jede Ocffnung des Kartcnblattes ein (Has von bestimmter Farbe. Blickt man durch ein SciiRixKidschcs Doppelloch nach einem hellen Hintergründe, so bemerkt man bekanntlich zwei helle Scheiben. welche sieh mehr oder weniger decken , so dass ein beiden gemeinschaftlicher Kaum vorhanden ist: diesen gemeinsamen Kaum nenne ich das »Interfcrcnzfcld«.
Es versteht sich von selbst, auf welche Art ich durch obige Vorrichtung meinen Zweck erreichte. Jede der beiden hellen »Scheiben erschien in der Farbe des vor die entsprechende Oelfnnng befestigten Glases, — das Interfcrcnzfcld wurde von beiden Farben bestrahlt, und musste in einer Vittelfarbe erscheinen, um welche cs sich eben handelte.
Zu meiner grossen Verwunderung fand ich, nachdem eine grosse Menge von farbigen Glasplatten durchprobirt worden war, dass nur Roth und Blau ihre Mischfarbe, Violet, gaben, während fast alle übrigen Grundfarben im Interfcrcnzfcld ein helles Grau meist mit einem Stich ins Rüth liehe oder eine schmutzige Missfarbe erscheinen Hessen.