﻿Beitrüge zur Physiologie ties Tastsinnes.
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mehr in der Länge als im Umfange, die Haut muss daher auch an diesen Gliedern eine grössere Ausdehnung in der Länge als in der Breite erreichen. Hiermit stimmt und hieraus erklärt sich zum Theil die Beobachtung Wbber’s, dass der Kaumsinn an Armen und Beinen der Quere nach bedeutend feiner ist, als der Länge nach1). Demnach werden wir für die Haut der Kinder nicht genau dieselbe Vertheilung der verschiedenen Feinheitsgrade des Kaumsinnes erwarten dürfen, wie bei den Erwachsenen.
In diesen relativen Wachsthumsverhältnissen der Haut nach der Fläche glaube ich ein neues, wesentliches Moment aufgedeckt zu haben, welches neben gewissen, noch unbekannten Verhältnissen der Centralorgane und den ursprünglich angelegten, für verschiedene llautregionen bestimmten verschiedenen Mengen von Nervenfibrillen und Empfindungskreisen, den betreffenden absoluten und relativen Feinheitsgrad des Kaumsinnes einer llautregion bedingen hilft. Von den subjcctiven Momenten der Aufmerksamkeit und Hebung wollen wir hier vorläufig ganz abschcn.
Die im Allgemeinen übereinstimmende Vertheilung der Fein-heitsgradc des Raumsinncs in der Haut bei Kindern und Erwachsenen, welche meine weiter unten mitgetlieilte vergleichende Tabelle aus-weist, kommt auf Rechnung des gemeinsamen Organisationsplaues der Ccntralorgane und der peripherischen Ncrvenvcrtheilung, während die V c r s c h i e d e n h c i t e n der numerischen, speciellcn Verhältnisse des Feinheitsgrades homologer Hautregionen bei Kindern und Erwachsenen auf die individuellen Abweichungen in der Anordnung und Menge der Nervenfibrillen und auf die Differenzen der specifischen Wachsthumsgrösse der Hautstücke zu schieben sein werden.
Elic ich meine vergleichenden Tabellen mittheile, erlaube ich mir nur noch über deren Anfertigung und über die Wicisiiu'schen Messungsmethoden Einiges zu bemerken.
Meinen Tabellen habe icli E. II. Webbb’s bekannte Tabelle über die Feinheit des Kaumsinnes zu Grunde gelegt. Ich füllte einfach die von Weber aufgestellten Rubriken (vgl.TabelleI, 8.313) mit den bei Kindern
1 Diese Ansicht wird durch die Beobachtung gestützt, dass die Differenz der Abstände der Zirkelspitzen in der Quer- und Längsrichtung bei Erwachsenen grösser ist als bei Kindern. Weber sagt: »Ein Abstand der berührenden Zirkel-spitzen von Mi"’ bis IS'" war an der Mitte des Oberarms erforderlich, wenn dieselben in querer Richtung, ein Abstand von •'«)"' und bisweilen noch mehr war nüthig, wenn sie der Länge nach lagen«. Für die Mitte des Unterarms fand Weber \Y" und 21"'. Ich bestimmte die Differenz der Abstände bei einem 12jährigen Knaben im ersten Falle auf IÏ'"—12"', im zweiten Falle aber auf 10'"—
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