﻿Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
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so fühlt man zwar leicht, (lass die Sonde von dem Orte der ersten Berührung noch ziemlich weit entfernt ist und dass man sieh demselben in einer gewissen Richtung noch mehr nähern könne. Dass hei der Bestimmung ein gewisser Grenzwerth nicht überschritten werden kann, hängt von dem Feinheitsgrade des Raumsinnes des betreffenden Hautstückes ab, und in so weit, aber auch nur in so weit steht eine Messung nach dem in Rede stehenden Verfahren in director Beziehung zur Feinheit des Raumsinnes. Innerhalb eines bestimmten, jenem Grenzwcrthe entsprechenden Bezirkes um die zuerst berührte Hautstelle herum, dessen Ausdehnung von dem vorhandenen Feinheitsgrade des Raumsinnes abhängt, wird man aber an jedem Funkte stille halten und ihn als denjenigen bezeichnen können, wo man dem gesuchten Orte am nächsten zu sein glaubt. Daher ist cs rein dem Zufalle überlassen, bei welchem der Funkte jenes Bezirkes der Beobachter sein »Suchen cinstellt.
Man sieht leicht, dass fast alle nach diesem Verfahren gewonnenen bestimmten Wertlie mehr oder weniger falsch und zwar zu kIein ausfallen werden, denn cs ist sehr unwahrscheinlich anzunehmen, dass die suchende Sonde selbst unter 1000 Beobachtungen auch nur ein Mal gerade auf der Grenze jenes Bezirkes, um dessen Bestimmung cs sich handelt, stehen geblichen sein wird. Hier hilft cs auch nichts, das Mittel aus vielen Beobachtungen zu ziehen, da die Bestimmungen in überwiegender Zahl zu klein sind, das Mittel daher auch zu klein aus-fallcn muss. Bei dem Verfahren mit dem Zirkel ist die Bestimmung durch zwei Grenzwcrthe, einen kleinsten und einen grössten beschränkt, während bei dem zweiten Verfahren nur der eine und zwar der grösste Grenzwcrfh nicht überschritten werden kann, indem es für dieses Verfahren gar keinen kleinsten Grenzwerth gibt. Der kleinste Grenzwerth ist hier = 0, wenn nämlich die suchende Sonde zufällig die zuerst berührte llautstelle findet.
Dies rührt daher, dass der Doppeleindruck zweier einander zu sehr genäherten, gleichzeitig und gleichstark aufgedrückten Zirkel-spitzen zu einer Empfindung zusammcntlicsst, während der Eindruck, welchen die such ende Sonde macht, selbst dann noch eine gesonderte wenn auch nicht räumlich bestimmte) Empfindung setzt, wenn die durch die Sonde berührte Hautstelle der anderen zuerst berührten Stelle so nahe liegt, dass bei gleichzeitiger Berührung dieser Hautstcllen absolut keine Trennung der beiden Empfindungen mehr möglich wäre.
Aus dem Gesagten ergibt sich nun von selbst, dass das zweite WiiBEu’sche Verfahren zur genaueren Bestimmung der Feinheit des