﻿Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
315
seiten, welche man auf gleichen II aut stellen findet, fallen im Allgemeinen um so grösser aus, je weniger feinfühlend die zur Bestimmung der Differenz gewählte 11 autrcgion ist.
So z. B. betragen die Differenzen der Abstände auf dem Sternum A '] HA"', F5"'. /i 5"', H während dieselben auf der Volarseite des letzten Fingerglicdes [B) nur II'//", F1//", F. Ii '//" betragen.
Die weniger feinfühlenden Ilautregionen scheinen zugleich jenen Th eilen des Körpers zu entsprechen, welche im Verhältnisse am meisten während des Wachsthums an Grösse zunehmen, deren Haut also auch am meisten an quadratischer Ausdehnung zunehmen muss, wie z. B. an Armen, Beinen, Brust und Rückgrat.
4. Die Abstände der Zirkelspitzen sind für die einzelnen Knaben nicht unbeträchtlichen individuellen Schwankungen — (namentlich in den stumpffii blenden Hautregionen) — unter w o r f e n.
(Siehe nebenstehende Tabelle II.)
Diese Tabelle lehrt :
1.	Dass die relativen Feinheitsgrade des Raumsinnes in den verschiedenen Hautregionen für die Knaben sowohl als für den Erwachsenen im Allgemeinen übereinstimmen, indem sämmtliche Verhält-nisszahlen von links nach rechts und von unten nach o b c n a n Grösse z u n e li m e n ;
2.	dass es an individuellen Schwankungen nicht fehlt; und
3.	dass die Verhältnisszahlen in manchen Columnen für die Knaben, in manchen anderen hingegen für den Erwachsenen entschieden grösser ausfallen, dass somit die relativen Feinheitsgrade des Raum Sinnes, wie wir oben bereits a priori verni utheten, bei Kindern im Specieilen doch etwas anders auf der Haut vcrthcilt sind, als bei Erwachsenen.
Nachdem wir unsere im Eingänge des § dargclegten Folgerungen durch die mitgetheilten Beobachtungen bestätigt fanden, werden wir uns die Frage aufwerfen müssen, in welcher Ausdehnung das Princip der relativen Flächenausdehnung und Wachsthumsgrösse der Haut an-gewendet werden dürfe, ob es zulässig sei, ohne Vorbehalt die Folgerung zu ziehen :