﻿Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
331
behaupten, dass er keinesfalls kleiner sein kann, als die b c r c-c lm c t e Grösse. Damit ist nun freilich über die absolute G rössc des Empfindungskreises nichts gesagt, allein unsere Vorstellung von derselben ist doch wenigstens nach einer Seite hin limitirt, und man kann sich dieselbe nicht mehr »so klein denken, als man will.«
Legen wir die Schemen Fig. 10 bis inclusive Fig. 18 zu Grunde, so gestaltet sich die Berechnung folgendermaasscn : s' s' — s" z"=2m,
„•_z” z"	.	711ZZ
m = —-—da aber x : m = z z : z’ z’, so ist x--—,- also
JL	Z Z
Legt man der Berechnung hingegen Fig. 19 und 20 zn Grunde, dann entsteht zunächst die Frage, welcher der beiden Ausdehnungszustände der Haut der natürliche oder primäre sei. Ist der Zustand geringerer Ausdehnung Figur 20) der primäre, so ist einfach
„w ___ „t „t
x =  -----2—~ ; dies ist z. B. der Fall bei der Haut der Schwangeren.
1st hingegen der Zustand grösserer Ausdehnung (Fig. 19) der natiir-
„ir „n _ „t
liehe, so gibt (da x : ——2 "	= z z : z z) für x offenbar die
- ÇT t~tf „n _ „t „1\
Formel x = —	"— .
Uebrigcns hat schon Weber Auskunft über die vcrhältniss-mässige Grösse der Empfindungskrcisc gegeben und behauptet, »dass die Empfindungskreise in manchen Theilcn der Haut noch einmal so gross gedacht werden müssten, als in anderen und dass sic in noch anderen Theilcn der Haut, in welchen der Kaumsinn noch stumpfer wäre. 5mal, lOmal, 20mal, 30mal, 40mal und sogar öOmal grösser angenommen werden müssten, als in den Theilcn der Haut, wo der Kaumsinn am feinsten ausgebildet sei«. Diese Daten können nun manchfach benützt werden, um die von mir angedcuteten Berechnungen der Wahrheit mehr anzunähern und vor groben Fehlern zu bewahren. Hätte man z. B. auf einer feiner fühlenden Hautstelle den Werth von x bestimmt, so könnte man bezüglich des Durchmessers der Empfindungskreise einer 30mal stumpfer fühlenden Hautstcllc behaupten, dass er mindestens 30 x betragen müsse u. s. w. Der Werth der Grösse x hängt aber wesentlich ab von der Ausdehnung oder Zusammenziehung der Haut und dem Verhältnisse zwischen dem Durchmesser des Berührungskreises Zerstreuungskreises) und dem absoluten Durchmesser der Empfindungskreise, so zwar, dass für den Fall, dass der Durchmesser des Berührungskreises beträchtlich grösser ist, als der Durchmesser des Empfindungskreises und die