﻿Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
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werden könne, und dass die räumliche Lagerung und Nachbarschaft der durch die festen, in bestimmter Weise angeordneten Empfindungskreise vermittelten Erregungen. einen Eindruck auf die Seele zu machen versteht, und so auf eine freilich bisher u n e r k 1 ä r b a r e Art eine ähnliche Lagerung und Nachbarschaft der von ihnen gesetzten Empfindungen motivirt.
Ich halte mich nach den vorausgeschickten Bemerkungen für berechtigt. in einer neu zu formulirenden Theorie des Kaumsinnes der Haut, einerseits an der Existenz der fixen Empfindungskreise, welche ich freilich anders definire als Weber, nach welchem Empfindungskreis und Verästelungsbezirk einer Primitivfibrille identisch sind, festzuhalten, 'andererseits aber auch die aus Lotze’s Grundanschauungen nothwendig sich ergebende Forderung intensiver Loca 1 zeich eu aufzunehmen und zu berücksichtigen.
Meine, die Ansichten Lotzes und Weber’s vermittelnde Hypothese würde sich folgeudcrmaassen gestalten.
Jede einzelne Nervenfibrille hat ein gewisses Verästelungsgebiet in der Haut, und es liegen diese zahllosen Verästeluugsgebiete nicht scharf begrenzt neben einander, wie Weber meint, sondern greifen vielfach in einander ein, d.h. sie decken sich zumTheil. so zwar, dass es fast keine Bezirke in der Haut gibt, welche nur von einer einzigen Primitivfibrille versorgt würden, und dass die Haut nirgends von einem Beize getroffen werden kann, er sei noch so fein und beschränkt, ohne dass hierdurch eine Summe von Nervenfibrillen erregt würde.
Trotz der Erregung mehrerer Nervenfibrillen durch einen einfachen und beschränkten Beiz entsteht aber, wie die Erfahrung lehrt, doch auf keiner Hautstelle eine vielfache Empfindung, selbst mehrere gleichzeitige und gleiche Beize, ja sogar heterogene Beize (vergl. § 4 verschmelzen zu einer räumlich untrennbaren Wahrnehmung. wenn dieselben über ein nach den verschiedenen Hautregionen verschiedenes Maass einander genähert sind. Man kann also überall in der Haut Bezirke von bestimmter Grösse und Gestalt nachweiseu und vermittelst eines Zirkels messen und umschreiben, innerhalb welcher eine räumliche Trennung und Unterscheidung zweier oder mehrerer Eindrücke nicht mehr möglich ist. Diese Bezirke nun nenne ich Empfindungskreise. Jede Nervenfibrille gibt nämlich der durch sie vermittelten Empfindung ein besonderes Localzeichen mit. das ein Glied eines stetig abgestuften Systems ist, welches System in direct er. vorläufig nicht näher erklärbarer Be-