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Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
(len Punkten berührt werden, so bezieht man die beiden Eindrücke — — je nachdem das Object tiefer oder weniger tief in die Mundspalte eingedrungen ist — entweder auf ein einziges Tastobject oder man nimmt zwei getrennte, senkrecht zur Mundspalte über einander liegende Eindrücke wahr.
Werden aber die Lippen an einander verschoben, indem man die eine derselben nach rechts, die andere nach links zieht, oder indem man nur die Eine der Lippen auf diese Art dislocirt, — so dass sieh nun solche Punkte der Lippen berühren und einander gegenüber liegen, welche bei natürlicher Lippenhaltung nicht correspondircn vgl. Taf. 18, Fig. 25), dann entspricht auch die Auffassung der Gegenstände, welche sich auf den Lippen gleichsam abbildeu, den ob-jectiven Verhältnissen nicht mehr.
Zwei in senkrechter Richtung zur Mundspalte auf die nun einander gegenüberliegenden Punkte der Lippen angebrachten Eindrücke erscheinen im entgegengesetzten »Sinne zur Verschiebung der Lippen gegen einander seitlich verschoben.
Hat man die Oberlippe nach rechts, die Unterlippe nach links verschoben, so scheint uns der obere der beiden, objectiv senkrecht über einander stellenden Eindrücke links, der untere aber rechts zu liegen. Der Zwischenraum. welcher diese beiden Eindrücke in der Vorstellung trennt, kommt uns. caeten's paribus um so grösser vor, je weiter die getroffenen Punkte der Lippen bei der natürlichen Lage derselben in querer Richtung aus einander liegen.
Berührt mau hingegen zwei sogenannte correspondirende Punkte der nach rechts dislocirten Ober- und der nach links dislocirten Unterlippe, so nimmt man die beiden Eindrücke als senkrecht zur Mundspalte übereinanderstehend wahr, obschon die die beiden Berührungspunkte verbindende Gerade nicht senkrecht zur Mundspalte steht, sondern eine der Grösse der Dislocation entsprechende Neigung von oben und rechts nach unten und links besitzt.
Werden endlich die Eindrücke so angebracht, dass die Neigung der die Berührungspunkte verbindenden geraden Linie, zwischen der Neigung, welche erforderlich ist, damit die Eindrücke sogenannte correspondirende Lippenpunkte treffen, und der zur Mundspalte Senkrechten steht —so muss das » Verkehrtfühlen « eintreten. indem dann der rechts liegende obere Eindruck in der Vorstellung links liegend, und der links angebrachte untere Eindruck rechts liegend erscheint. Man bedient sich zu diesen Versuchen am Besten eines Zirkels mit gedeckten Spitzen, nachdem man mehrere der bei natürlicher Stellung