﻿Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
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anstatt Versuche angestellt und zu meiner nicht geringen Genugthu-nug bemerkt, dass die herangezogenen Blinden, welche doch gewiss ganz unbefangene Beobachter waren, eine Bewegung, und bei näherem Befragen richtig die von mir beabsichtigte und erwartete Bewegung des Stäbchens wahrgenommen zu haben einstimmig behaupteten. Doch darf man die durch diesen Apparat hervorzubringende Täuschung nicht etwa für so zwingend und überwältigend halten wie jene, welche das Phoroskop veranlasst, denn die wahrgenommene scheinbare Bewegung des Stäbchens kann keine continuirliehe sein und muss sich in der Empfindung sehr wesentlich von einer Drehbewegung unterscheiden. welche dadurch hervorgebracht würde, dass man ein Stäbchen. das die Hohlhand ununterbrochen berührte, um seinen Halbirungspunkt rotiren liesse.
Eine der Wirkung des Phoroskops vollkommen analoge Täuschung könnte für den Tastsinn nur durch einen Apparat der zweiten oben erwähnten Art bewerkstelligt werden, vermittelst welches nämlich statt des Drucksiunes, der unmittelbare Berührung verlangt , der T e m p c r a t u r s i n n, auf welchen man, durch strahlende Wärme z. B.. aus der Entfernung einwirken kann, erregt würde.
Die strahlende Wärme verhält sich zur Haut in ähnlicher Weise wie das Licht zur Retina. Es lässt sich daher ohne Zweifel eine Art Camera obscura mit Steinsalzlinsen construiren und vor der Haut anbringen, vermittelst welcher durch die Wärmestrahlen Punkte, Linien, Figuren und Bewegungen ganz in derselben Weise auf der Haut dargestellt werden könnten, wie dies vermittelst des optischen Apparates des Auges auf der Retina durch Lichtstrahlen geschieht.
Dies zugegeben, wird man auch die Möglichkeit eines dem P h o -roskop vollkommen analogen Apparates für den Tastsinn nicht leugnen dürfen.