﻿Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
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Empfindungskreise in umgekehrtem Verhältnisse steht, so folgere ich, dass Kinder im Allgemeinen einen feineren R a u m sinn der Haut besitzen müssen als Erwachsene.
Dieser Satz hat sich durch meine vergleichenden Messungen als richtig herausgestellt. Ohne directe Beweise wäre derselbe wohl sehr wahrscheinlich gewesen, aber doch immer problematisch geblieben, da man den Einfluss der Erziehung und Entwickelung des Sinnes und des Verstandes einerseits, und der möglicherweise im Verlaufe des Wachstlmms cintrctendcn Veränderungen in der Anordnung des Tastnervensystems und des Tastorgans andererseits, nicht a priori berechnen kann.
Genau genommen, beziehen sich alle die Folgerungen, welche ich soeben entwickelt habe, auf die Wachsthumsstufen und Altersperioden eines und desselben Individuums; allein abgesehen von individuellen Verschiedenheiten der Feinheitsgrade des Ranm-sinncs der Haut, können meine Folgerungen und Messungen füglich als entsprechend gewissen allgemeinen und normalen Verhältnissen zwischen Kindern und Erwachsenen, gelten, da alle Erwachsenen offenbar einst Kinder gewesen sind und die Kinder zum grossen Theil zu Erwachsenen werden. Freilich weichen Erwachsene unter sich und Kinder gleicher Wachsthumsstufc unter sich in den individuellen Feinheitsgraden des Raumsinnes der Haut, selbst unter übrigens möglichst ähnlichen Umständen, nicht unbeträchtlich von einander ab, allein nichts destoweniger kann man, wie mir scheint, nach Wiederholung der Messungen an vielen Individuen eine maassgebende Vergleichung der gewonnenen Resultate schon wagen.
Ich habe diesen Punkt berührt, um gleich von vornherein einem Eimvand zu begegnen, welchen man , ohne gründliche Uebcrlegung, gegen die Beweiskraft meiner später mitzutheilenden Messungen an Kindern erheben könnte. Man könnte nämlich die durch diese Messungen wirklich naehgewiesene grössere Feinheit des Raumsinnes bei Kindern einfach auf die Verschiedenheit individueller Feinheitsgrade des Raumsinnes der untersuchten Kinder und des zum Vergleich dienenden Erwachsenen schieben wollen. Das eben Gesagte und die sich später ergebende Ucbcrcinstimmung der allgemeinen Mcssungsresnltate, welche an verschiedenen Kindern gewonnen wurden, zeigen jedoch wie unwahrscheinlich und unstatthaft cs wäre anzunehmen, dass ich zufällig auf eine Zahl Kinder gestossen sei, die sämmtlich einen so ungewöhnlich feinen Raumsinn bc-sassen, dass nur aus diesem Grunde die Vergleichung der an ihnen gewonnenen Messungsresultate mit jenen, welche \\ icisicr
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